Plattenhardt bleibt „Stand jetzt“ in Berlin

Foto: Martin Rose/Bongarts/Getty Images

Marvin Plattenhardt plauderte nach seinem Traumtor im Pokal über seine Zukunft. Aber als es richtig spannend wurde, brach eine eifrige Mitarbeiterin aus dem Pressestab von Hertha BSC das Gespräch in der Mixed Zone plötzlich ab.

Zu dem Wechselthema seien nun aber genug Fragen gestellt, meinte sie nach dem mühsamen 2:1 (1:0) der Berliner im DFB-Pokal bei Eintracht Braunschweig, und Plattenhardt verschwand in der Kabine. Dabei hatte der Nationalspieler zwar durchblicken lassen, dass er sich durchaus einen Wechsel hatte vorstellen können – aber er betonte auch den Wohlfühlfaktor in Berlin. „Ich freue mich auf die kommenden Wochen mit dem Klub“, sagte Plattenhardt, der nach der WM in Russland immer wieder mit einem Transfer nach England in Verbindung gebracht worden war. Doch diese Option hat sich bekanntlich zerschlagen, schließlich ist die Wechselfrist in der Premier League bereits abgelaufen.

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Ganz abgeneigt wäre Plattenhardt aber offensichtlich nicht gewesen, Umzugskartons zu packen. Aber es haben sich „keine konkreten Sachen“ ergeben, „bei denen ich hätte wechseln können“, sagte der 26-Jährige, der noch bis Sommer 2023 vertraglich an die Hertha gebunden ist: „Stand jetzt bin ich hier – und so wird es auch bleiben.“ Stand jetzt. Diese Formulierung wurde zuletzt ja bereits durch Niko Kovač in Frankfurt berühmt, kurze Zeit später unterschrieb er in München. Und dass Plattenhardt Interesse bei anderen Klubs geweckt hat, schmeichelte dem Linksfuß offenbar. „Es wurde viel geschrieben, ich habe auch viel gelesen. Das ist ja immer auch interessant“, sagte Plattenhardt, nachdem er in Braunschweig erneut Werbung in eigener Sache gemacht hatte. Sein herrlicher Treffer war das Highlight in einer ansonsten sehr, sehr zähen Partie der Berliner. Aus gut 25 Metern hämmerte Plattenhardt den Ball volley ins rechte Toreck.

„Sollte er gehen, sind alle Seiten glücklich“

„Ich wollte einfach nur volle Pulle draufhauen“, sagte er. „Wenn ich den nicht richtig erwische, kann der auch über das Stadion gehen.“ Aber so kann man „das Tor in ein Lehrbuch packen“, sagte Trainer Pál Dárdai, der dann nach dem Siegtreffer von Vedad Ibišević aufatmen konnte. Zweite Runde erreicht, Pflicht erfüllt. Plattenhardt hat sich mit seinem wunderschönen Treffer nun noch einmal in den Fokus gerückt. In Spanien und Frankreich sowie in der Bundesliga sind Transfers ja noch bis Ende August möglich und Dárdai hatte zuletzt angedeutet, dass er sich Hertha auch ohne Plattenhardt vorstellen könnte. „Also ich arbeite sehr gern mit Marvin zusammen. Aber sollte er gehen, dann sind glaube ich alle Seiten glücklich“, hatte der Ungar der Bild-Zeitung gesagt, natürlich gebe es „eine Schmerzgrenze“. Noch sind also nicht alle Fragen zu dem Thema gestellt.

(cbe/sid)