Platzt der Mainzer Knoten gegen Werder?

Foto: Alex Grimm/Bongarts/Getty Images

Plötzlich war die Stabilität dahin: Nach der überraschenden 2:6-Klatsche gegen Leverkusen will der SV Werder Bremen am Sonntagabend (18 Uhr) beim 1. FSV Mainz 05 zurück in die Erfolgsspur und zurück in die Champions League-Ränge. Groß dagegen sind die Sorgenfalten bei den Rheinhessen, zur Torflaute gesellt sich nun auch noch ein Torwartproblem.

Zumindest der Saisonstart war solide bei Mainz, nach sieben Punkten aus den ersten drei Spielen sammelte der FSV allerdings kaum noch Erfolgserlebnisse. Gerade mal zwei Zähler holte die Elf von Sandro Schwarz in den nachfolgenden sechs Partien. Hauptproblem der Rheinhessen ist die Offensive: Fünfmal in Folge blieben sie zwischenzeitlich ohne Torerfolg, erst am vergangenen Wochenende platzte der Knoten – und dennoch gab es ein 1:2 gegen den FC Bayern. Ähnlich ernüchternd verlief der Pokalauftritt am Dienstag: Zweimal führte Mainz gegen den FC Augsburg, in der Verlängerung aber setzten sich die Schwaben mit 3:2 durch. 45 bis 60 Minuten habe es sein Team zuletzt gut gemacht, analysierte Schwarz. Dies müsse in den kommenden Partien auf „auf 90 bis 93 Minuten“ ausgeweitet werden. Für zusätzliches Kopfzerbrechen sorgt die Situation im Tor. Während René Adler aufgrund eines Knorpelschadens ausfällt, musste Florian Müller am Donnerstag das Training abbrechen. Der 20-Jährige dürfte gegen Werder ausfallen und von Robin Zentner ersetzt werden.

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Ein dickes Fragezeichen bestimmte die Woche bei Werder: Welche Spuren hat das 2:6 gegen Leverkusen hinterlassen? Gegen Bayer nämlich hatte Bremen plötzlich alles vermissen lassen, was das Team bis dahin zu der größten Positivüberraschung der Saison gemacht hatte. Die „Balance zwischen Offensive und Defensive“, urteilte Florian Kohfeldt, habe gegen Leverkusen nicht gestimmt – dabei liegt genau in ihr sonst die große Stärke der Bremer. Bereits 17 Punkte hat die Kohfeldt-Truppe schließlich auf dem Konto. Für einen Stimmungsaufheller sorgte am Mittwoch der DFB-Pokal: 5:1 setzte sich Werder bei Weiche Flensburg durch, obwohl Kohfeldt unter anderen Max Kruse geschont hatte. Vor dem Duell mit Mainz ließ der 36-jährige Trainer keinen Zweifel an den Ambitionen. „Wir wissen, was zu tun ist, um dieses Spiel zu gewinnen“, sagte Kohfeldt. Will Bremen schließlich den vor der Saison als Ziel ausgegebenen Europapokal-Platz holen, fallen Spiele wie das beim FSV in die Kategorie Pflichtsieg. Während Kruse in die Startelf zurückkehren dürfte, gab Kohfeldt Entwarnung bei Philipp Bargfrede und Niklas Moisander. Beide seien „mit hoher Wahrscheinlichkeit“ am Sonntag einsatzbereit.

1. FSV Mainz 05: Zentner – Brosinski, Bell, Niakhaté, Aaron – Kunde – Mwene, Gbamin – Boëtius – Quaison, Mateta

SV Werder Bremen: Pavlenka – Gebre Selassie, Veljkoviæ, Moisander, Augustinsson – Bargfrede – M. Eggestein, Klaassen – Harnik, Kainz – Kruse

Regelrecht verwundert zeigte sich Kohfeldt über die Mainzer Harmlosigkeit: „Tempo auf den Flügeln“ hätten die Rheinhessen, zudem „eine starke Anspielstation in der Mitte“, analysierte der Werder-Coach mit Blick auf die erst fünf Tore des FSV. „Wir müssen daran arbeiten, dass der Knoten nicht gegen uns platzt.“ Dabei scheint Werder trotz der jüngsten Klatsche gegen Bayer zu stabil, als dass ein Mainzer Sieg am Sonntag wahrscheinlich wäre. Ruft die Kohfeldt-Elf die in dieser Saison schon oft gesehenen Leistungen ab, gibt es die Punkte Nummer 18, 19 und 20 – und damit die Rückkehr auf einen Champions League-Platz.