Raffael schießt eiskalte Gladbacher auf Platz drei

Borussia Mönchengladbach glänzt in einer spektakulären Partie gegen Hertha BSC mit gnadenloser Effizienz und gewinnt 4:2 (3:1). Gegen eine siegeswillige Hertha verspielt der neue Tabellendritte aber beinahe eine 3:0-Führung.

Dieter Hecking nahm im Vergleich zum ernüchternden 1:1-Remis gegen den Mainz 05 zwei Wechsel vor. Fabian Johnson rückte für Vincenzo Grifo in die Startelf und der zuletzt verletzte Christoph Kramer kehrte anstelle von Tony Jantschke zurück. Hertha-Coach Pál Dárdai ließ erstmals in dieser Saison mit einer Doppelspitze aus Davie Selke und Vedad Ibišević spielen. Selke durfte für Valentino Lazaro ran, außerdem starteten Arne Maier und Alexander Esswein anstelle von Peter Pekarík und Niklas Stark.

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Die Begegnung benötigte kaum Anlaufzeit, schon nach fünf Minuten fiel das erste Tor. Denis Zakaria legte in den Rückraum zu Lars Stindl, der Nationalspieler traf per Aufsetzer zur Führung (5.). Und die Hecking-Elf legte zügig nach. Nach einem Handspiel von Karim Rekik entschied Schiedsrichter Bastian Dankert nach Rücksprache mit dem Video-Assistenten auf Elfmeter, den Thorgan Hazard souverän verwandelte (14.). Kurz nachdem Selke mit einem Kopfball den ersten Abschluss der Berliner verzeichnete (19.), schoss sich der zuletzt formschwache Raffael den Frust von der Seele. Der Brasilianer hämmerte den Ball sehenswert aus der Distanz in den Winkel und machte so mit dem dritten Torschuss der „Fohlen“ das 3:0 (20.).

Hertha kämpft sich zurück

Doch die Gastgeber steckten trotz des hohen Rückstandes nicht auf und kämpften sich in die Partie zurück. Ibišević drückte den Ball nach einer Hereingabe von Mitchell Weiser zum Anschlusstreffer über die Torlinie (28.). Die Gladbacher ruhten sich auf der Führung auch nach dem 1:3 ein wenig aus, während die Dárdai-Elf weiter drückte. Ein gefährlicher Kopfball von Sebastian Langkamp nach einer Weiser-Ecke wurde von einem Gladbacher abgewehrt (38.), kurz darauf scheiterte Ibišević zweimal per Kopf am Aluminum – erst an der Latte (39.), dann am Pfosten (40.). Salomon Kalou zielte aus elf Metern noch knapp daneben (43.), dann ging es mit einem 1:3-Rückstand aus Sicht der Gastgeber in die Pause.

Auch im zweiten Durchgang überließ Gladbach den Hausherren zunächst die Initiative und konzentrierte sich darauf, den eigenen Vorsprung zu verwalten. Die Hertha hatte zwar Ballbesitzvorteile, aber gleichzeitig Schwierigkeiten, die im Vergleich zur ersten Halbzeit besser organisierte Defensive der Rheinländer zu durchbrechen. Hazard besaß gar die Chance auf das 4:1, vertändelte den Ball aber nach einem schönen Pass von Raffael, ohne zum Abschluss zu kommen (59.). Weiser befeuerte anschließend aber doch noch die Berliner Hoffnung auf Zählbares. Der Rechtsaußen ließ Yann Sommer nach einer Freistoßflanke von Marvin Plattenhardt aus kurzer Distanz keine Chance (72.). Und die Gäste wackelten: Rekik tauchte mit etwas Glück vor Sommer auf, brachte den Ball aber nicht gefährlich auf das Tor (75.).

Raffael zerstört Comeback-Hoffnungen

Raffael zerstörte allerdings die aufkeimende Hoffnung der Gastgeber auf ein Comeback. Der 32-Jährige netzte nach einer schönen Kombination von Stindl und dem eingewechselten Patrick Herrmann mit seinem zweiten Treffer zum 4:2 ein (77.). Plattenhardt setzte noch einen Freistoß aus 20 Metern über das Tor (86.), für eine erneute Aufholjagd reichte die Zeit aber nicht mehr, es blieb beim 4:2. Durch den Sieg springt die Borussia auf den dritten Tabellenplatz, vorbei an den Namensvettern aus Dortmund.