Rangnick nach Niederlage in Wolfsburg bedient

Foto: John Macdougall/AFP/Getty Images

Unsanft ausgebremst, natürlich in Wolfsburg: Vor dem mit Spannung erwarteten Europa League-Duell in Salzburg ist RB Leipzig in der Bundesliga unsanft auf dem Boden der Realität angekommen.

Ralf Rangnick war bedient – Wolfsburg bleibt für den starken Mann von RB Leipzig ein Ort mit schlechten Schwingungen. Mit dem frustrierenden 0:1 (0:0) beim VfL, der ersten Niederlage nach zehn punktebringenden Spielen, konnte der 60-Jährige nur schwer leben. Seine Mannschaft verpasste den Sprung auf Platz zwei. „Wir hatten zu viele Spieler auf dem Platz, die nicht ihre Normalform erreicht haben“, sagte Rangnick, auf dessen Stirn sich Tage vor dem Bruderduell bei RB Salzburg in der Europa League Sorgenfalten abzeichneten. Ohne die verletzten Stars Emil Forsberg, Kevin Kampl, Marcel Sabitzer und Dayot Upamecano zeigten die Roten Bullen ihre wohl schwächste Saisonleistung.

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„Uns fehlte der Spirit“, sagte Diego Demme offen. Bis Donnerstag, bis zur Partie in Österreich, sollten die ambitionierten Sachsen diesen schnell wiederfinden. „Es ist sehr wichtig, dass wir uns für die nächste Runde qualifizieren“, sagte Torhüter Péter Gulácsi: „Aber erst müssen wir über dieses Spiel sprechen und es abhaken.“ So sah es auch Rangnick, der als Trainer zum neunten Mal in Serie in Wolfsburg ohne Sieg blieb. Mehr als seine persönliche Statistik wurmte den peniblen Fachmann aber der erste Gegentreffer nach 499 Minuten.

Werner kaum im Spiel

Rangnick sprach von einem „nicht-vorhandenen Umschaltspiel“, das das erste Bundesliga-Tor von Jérôme Rousillon (50.) ermöglicht hatte. Doch auch der Offensive um Nationalstürmer Timo Werner mangelte es über 90 Minuten an Ideen. Diese könnten mit Sabitzer und Kampl zurückkehren, womöglich schon am Donnerstag. Klar ist, dass Forsberg aufgrund einer Leistenverletzung nicht spielen kann.

Während sich die Leipziger frustriert auf den Heimweg machten, atmeten die Wolfsburger um Coach Bruno Labbadia kräftig durch. Gegen Leipzig bediente sich der 52-Jährige aus der Konzeptkiste des Gegners. Der VfL stand defensiv enorm stabil und setzte immer wieder auf ein schnelles Umschaltspiel. Die Niedersachsen waren an diesem Samstag so etwas wie die bessere Kopie des RB-Spiels. Zum Frust von Rangnick, der mit Wolfsburg einfach nicht warm wird.