Rangnick schimpft über Dopingkontrollen der UEFA

Foto: Karina Hessland-Wissel/Bongarts/Getty Images

Das Play-off-Hinspiel zur Europa League bei Sorja Luhansk (0:0) schlug RB-Trainer Ralf Rangnick nicht nur wegen der fehlenden Tore aufs Gemüt. Die UEFA hatte direkt im Anschluss Dopingkontrollen angeordnet.

Kein Treffer trotz 73 Minuten Überzahl und eine verspätete Rückreise: Rangnick war auch einen Tag nach der Nullnummer in Luhansk noch angefressen und sorgte sich um die Form seiner Spieler vor dem Bundesliga-Auftakt am Sonntag (18 Uhr) bei Borussia Dortmund. „Ich selber war um fünf Uhr im Bett. Ich hoffe, der ein oder andere Spieler schon um halb fünf“, meinte Rangnick am Freitag nach der späten Rückreise und ärgerte sich über die UEFA. Dass man nach einer solchen Partie Dopingkontrollen ansetze, wenn man zuvor in allen vier Spielen darauf verzichtet hatte, grenze an „Schikane“, meinte Rangnick.

- Anzeige -

„Ich habe gestern noch um zwölf Uhr vor der Tür der Dopingkontrolle gestanden und gefragt, ob es in der Murmel gehagelt hat“, berichtete der Coach. Es habe sich offenbar niemand Gedanken darüber gemacht, „wann wir wieder spielen und was das für unsere Rückreise logistisch bedeutet“, sagte der 60-Jährige. Mit einer gezielten Regeneration will der Coach seine Spieler auf die schwierige Aufgabe im Ruhrgebiet vorbereiten und dort das Optimale herausholen. „Wir wollen in Dortmund gewinnen, deshalb fahren wir dahin“, so Rangnick.

RB-Coach hadert mit der Chancenverwertung

Nach der Enttäuschung von Luhansk haderte Rangnick aber auch mit der Chancenauswertung seines Teams. „Normalerweise reicht die Anzahl von Chancen, die wir hatten, für zwei oder drei Spiele. Aber es war immer noch ein Fuß oder eine Hand dazwischen“, sagte der Übungsleiter. Dennoch glaubt der RB-Macher im Rückspiel am kommenden Donnerstag (18.30 Uhr) in Leipzig ans Weiterkommen. Dann hätten die „Roten Bullen“ nach sechs kräftezehrenden Partien die Ochsentour gegen Teams aus der europäischen Fußball-Provinz erfolgreich abgeschlossen. In der Gruppenphase der Europa League warten andere Kaliber wie zum Beispiel der AC Mailand, der FC Arsenal oder der FC Chelsea.

Noch keineswegs gelaufen ist das Rückspiel für Spielmacher Emil Forsberg. „Wir müssen es vorne cleverer ausspielen“, forderte der Schwede. Erleichtert waren die Leipziger über das Pflichtspieldebüt von Timo Werner nach Magen-Darm-Problemen. „Dafür, dass es sein erstes Pflichtspiel war, hat er es gut gemacht. Er war an vielen gefährlichen Situationen in der Box beteiligt“, urteilte Rangnick. Ob der 22-Jährige allerdings am Sonntag in Dortmund wieder zur Startelf gehört, ließ der Trainer offen. Fraglich bleibe auch, ob die Stammkräfte Jean-Kévin Augustin (Magen-Darm), Kevin Kampl (Muskelprobleme) und Marcel Sabitzer (Adduktoren) am Sonntag dabei sind, wie Rangnick am Freitag erklärte.