Rangnick verärgert nach „unterirdischer“ Leistung

Foto: Robert Michael/AFP/Getty Images

Ralf Rangnick sparte nach dem missglückten Auftakt in der Gruppenphase der Europa League nicht mit Kritik am eigenen Team. Für den Trainer von Bundesligist RB Leipzig war seine Mannschaft beim 2:3 (0:2) im Duell gegen Red Bull Salzburg in der ersten Halbzeit ein „Totalausfall“.

Besonders aber Innenverteidiger Ibrahima Konaté bekam sein Fett weg. „Ibu war gegen Hannover wieder verbessert, nachdem er zuvor schon zwei schwächere Spiele hatte“, stellte Rangnick fest und legte mit Blick auf eine Szene aus der Anfangsphase nach: „Nach seinem Ausrutscher konnten wir froh sein, dass der Schiedsrichter da nicht schon auf Notbremse entschieden hat. Von der Sorte gab es noch zwei oder drei, die zu Fehlverhalten geführt haben“, wetterte der Coach.

- Anzeige -

Generell habe im ersten Durchgang die richtige Mentalität gefehlt. „Das hat natürlich schon etwas damit zu tun, wie ich Zweikämpfe bestreite. Und wie sehr ich sie gewinnen will“, meinte der 60-Jährige, der auch wieder die Fitness einiger Spieler kritisierte: „In dem ein oder anderen Fall hat es auch etwas mit Physis zu tun.“ Die Einstellung sei in Durchgang eins „unterirdisch“ gewesen, legte der Coach nach. „Da kann man sich bei den Zuschauern nur entschuldigen“, meinte er. Dennoch will der RB-Coach bis zum Ligaspiel am Sonntag (18 Uhr) bei Eintracht Frankfurt wieder eine echte Mannschaft präsentieren: „Wir haben jetzt nicht viel Zeit. Wir müssen schauen, wer zur Verfügung steht.“

„Das war eine Katastrophe“

Mit der ungewöhnlichen Einwechslung von drei Spielern zur zweiten Halbzeit wollte Rangnick ein Zeichen setzen und lag zunächst auch richtig. Konrad Laimer (70.) und Yussuf Poulsen (82.) schafften den Ausgleich, „doch wie wir dann wieder beim 2:3 verteidigen, ist ja fast traurig“, meinte Marcel Sabitzer. Der Österreicher trat nach dem Spiel als Chefkritiker auf. „Wir waren in der ersten Halbzeit so schlecht wie lange nicht mehr“, meckerte Sabitzer, der Konaté schon auf dem Feld angemosert hatte. Die Auftritte der Hintermannschaft ärgern den Offensivmann offenbar schon länger: „Wenn man sich die Gegentore anguckt – das zieht sich ja seit längerer Zeit bei uns durch.“

Auch Mittelfeldspieler Diego Demme, zur Halbzeit eingewechselt, war nach dem Spiel im Angriffsmodus. „Das war eine Katastrophe“, schimpfte der Abräumer. Einige Spieler hätten überhaupt keine Einstellung zum Spiel gefunden. Es sei Zeit zum Handeln. „Gerade wir Führungsspieler müssen mit dem Trainer mal sprechen, alle mal wachrütteln“, forderte Demme. Dass womöglich die Rotation die Mannschaft in den vergangenen Wochen verunsichert hat, wollte Rangnick nicht gelten lassen. „Wenn von dem 18er-Kader immer die Gleichen spielen würden, weiß ich nicht, was das innerhalb der Mannschaft macht“, bemerkte der Trainer.