Rauball verzichtet auf Wiederwahl

Foto: Simon Hofmann/Bongarts/Getty Images

DFL-Präsident Reinhard Rauball stellt sich 2019 nicht zur Wiederwahl. Der 71-Jährige will jüngeren Kollegen seinen Platz überlassen; auf sein Amt bei Borussia Dortmund habe seine Entscheidung keine Auswirkungen.

Nach zwölf Jahren an der Spitze der Bundesliga macht Rauball Schluss. Der 71 Jahre alte Präsident der Deutschen Fußball Liga wird sich im Sommer 2019 nicht zur Wiederwahl stellen – bis dahin soll eine tief greifende Strukturreform auf den Weg gebracht werden, deren Ankündigung am Montag auch als kleiner Seitenhieb in Richtung des Deutschen Fußball-Bundes verstanden werden kann. „Für die DFL muss gelten: Strukturen und Kompetenzen richten sich konsequent an den Herausforderungen der Zukunft aus, nicht an Satzungen von gestern und erst recht nicht an einzelnen Personen“, teilte Rauball mit und ergänzte: „Die Welt um uns herum hat sich verändert. Wir müssen daher als DFL einiges für uns selbst neu definieren. Dazu gehört auch die Frage: Was ist der beste organisatorische Rahmen, die richtige Struktur für die DFL und ihre Gremien?“

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Bereits im April habe er deshalb das Gespräch mit seinen beiden Stellvertretern Peter Peters und Helmut Hack gesucht. „Gemeinsam sind wir überzeugt davon, dass der DFL e.V. als Zusammenschluss der 36 Klubs eine neue zeitgemäße Organisationsform benötigt“, sagte Rauball, der zudem seit 2004 das Präsidentenamt bei Borussia Dortmund ausfüllt. Dabei gehe es auch konkret um die Rolle des DFL-Präsidenten, „die aus meiner Sicht angesichts der Vielzahl an unterschiedlichen Aufgaben, Interessen, Ansprüchen und Wünschen kaum mehr von einer Person ausfüllbar ist“. Der Wunsch der Klubs nach „Teilhabe“ sei gestiegen, gleichzeitig „haben Bundesliga und 2. Liga zunehmend individuelle Interessen entwickelt“, sagte Rauball. „Beides gilt es zu berücksichtigen, ohne das bewährte Prinzip der Solidarität aufzugeben.“

Beschlüsse bis Ende des Jahres geplant

Bis Ende des Jahres sollen erste Beschlüsse gefasst werden. Die DFL-Generalversammlung findet im August 2019 statt. „Wenn der Weg in die Zukunft bereitet ist, ist es nur folgerichtig, dass ab diesem Zeitpunkt auch Jüngere in einer neuen DFL-Struktur Führung und Verantwortung übernehmen“, sagte Rauball, der bekräftigte, dass sich seine Entscheidung nicht auf sein Amt bei Borussia Dortmund beziehe. BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke äußerte den Wunsch, dass Rauball bei den Schwarz-Gelben „über 2019 hinaus“ im Amt bleibe. „Wir sind ihm alle zum Dank verpflichtet“, sagte er im Gespräch mit der Funke-Mediengruppe. „Er hat sich um den Interessenausgleich zwischen den starken und nicht so starken Klubs in der Bundesliga verdient gemacht“, betonte Watzke.