Real vor PSG-Knaller wieder in der Spur

Real Madrid hat nach seiner Krise in der spanischen Liga wieder in die Spur gefunden. Die „Königlichen“ fertigten Real Sociedad am Wochenende mit 5:2 ab. Damit ist die Generalprobe für den Champions League-Knaller gegen Paris Saint-Germain (Mittwoch, 20.45 Uhr) geglückt.

In den letzten vier Ligaspielen gelangen dem spanischen Hauptstadtklub 18 Tore, im Schnitt also viereinhalb pro Partie. Die Offensive der „Blancos“ ist wieder ins Rollen geraten. Vor allem Cristiano Ronaldo hat zu alter Torgefährlichkeit zurückgefunden. Nachdem der Portugiese an den ersten 19 Spieltagen lediglich vier Treffer verbuchen konnte, netzte Ronaldo in den vergangenen vier Partien sieben Mal ein. Gegen Real Sociedad gelang dem Weltfußballer, was der Engländer einen perfekten Hattrick nennt. Ein Tor mit dem linken Fuß, eines mit dem rechten und eines per Kopf. Der 32-Jährige findet passend zum Beginn der heißen Phase der Saison wieder zu seiner Topform. Einen Ronaldo in guter Verfassung wird Real gegen den französischen Tabellenführer auch brauchen.

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Gareth Bale zeigte sich in den letzten Wochen ebenfalls stark verbessert. Der Waliser traf vier Mal in den vergangenen sechs Ligaspielen. Damit dürfte er sich einen Platz in der Startelf gegen PSG gesichert haben. Karim Benzema wird von den meisten Experten ebenfalls in der Anfangsformation des „Weißen Balletts“ vermutet. Der Mittelstürmer durchlebt im Gegensatz zu seinen Sturmpartnern weiterhin eine Durststrecke. In der spanischen Eliteklasse ist der Franzose seit dem 13. Spieltag torlos. Als der 30-Jährige kurz vor Schluss in der Partie gegen Real Sociedad eine Großchance vergab, erntete er ein gellendes Pfeifkonzert der Real-Anhänger. Benzema ist bei den Fans in Ungnade gefallen. Gegen Paris könnte sich der Angreifer ein Stück weit rehabilitieren.

Treffen der unterschiedlichen Favoriten

Real wird zum Topspiel des Champions League-Viertelfinals im ersten Anzug antreten. Bis auf Rechtsverteidiger Daniel Carvajal werden alle Stammkräfte zur Verfügung stehen. Der Ex-Leverkusener ist in der Königsklasse für das Hinspiel gegen PSG gesperrt. Wenn der Titelverteidiger auf den neureichen Scheichklub trifft, prallen zwei Arten von Favoriten aufeinander. Real steht für die beinahe penetrante Dominanz der Traditionsvereine in den letzten Jahren. Der FC Barcelona, Real Madrid, der FC Bayern München und Juventus Turin waren Dauergäste im Halbfinale. Der französische Hauptstadtklub dagegen steht für die Art neuer Favoriten, die sich die Konkurrenzfähigkeit mit großen Investitionen erkauft haben. Neben den Parisern kann sich auch Manchester City in diesem Jahr Hoffnungen auf einen Erfolg machen.

Es mutet merkwürdig an, dass die „Königlichen“, die in der abgelaufenen Spielzeit als erste Mannschaft überhaupt das Kunststück fertig brachten, den Gewinn der Königsklasse im Jahr darauf zu wiederholen, gegen ein Team, das bereits im Achtelfinale gescheitert war, nicht die klare Favoritenrolle inne haben. Angesichts der zwischenzeitlichen Krise der Madrilenen und der geballten Offensivkraft der Pariser blickt Fußball-Europa allerdings auf eine Spannung versprechende und ausgeglichene Ausgangslage. Für Real gilt es im heimischen Estadio Santiago Bernabéu darum, dem forschen Emporkömmling und seiner unaufhaltsam scheinenden Angriffsreihe als Titelverteidiger die Grenzen aufzuzeigen.