Rekordergebnis und neuer Ärger in Mainz

Foto: Alex Grimm/Bongarts/Getty Images

Der 1. FSV Mainz 05 hat die Saison 2017/2018 mit einem Rekordergebnis abgeschlossen. Der Verein erzielte einen Umsatz von 114 Millionen Euro und einen Gewinn von 3,3 Millionen Euro nach Steuern. Das teilten die Rheinhessen am Montagabend im Rahmen ihrer Mitgliederversammlung mit.

Die Mainzer erwirtschafteten damit im achten Geschäftsjahr in Serie ein positives operatives Ergebnis. Der Gesamtumsatz lag 2017/2018 rund vier Millionen Euro über dem Wert der Vorsaison. Für die aktuelle Saison erwartet der Verein nach eigenen Angaben erneut einen Rekordwert von „voraussichtlich mehr als 140 Millionen Euro und einen Rekord-Jahresüberschuss von mehr als 18 Millionen Euro“, wie die Rheinhessen in einer Pressemitteilung bekannt gaben.

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Zudem wurde ein Streitpunkt in der Vereinssatzung beigelegt: Der „grundsätzlich ehrenamtlich tätige Vereins- und Vorstandsvorsitzende“ kann künftig „neben einer Aufwandsentschädigung für die ehrenamtliche Tätigkeit auch eine angemessene Vergütung für die Wahrnehmung von Aufgaben im wirtschaftlichen Geschäftsbetrieb des Vereins erhalten“, heißt es in der Mitteilung. Die entsprechenden Summen seien vom Aufsichtsrat festzulegen. Vor Jahresfrist hatte es Zwist um den inzwischen zurückgetretenen Johannes Kaluza gegeben, der für seine Arbeit eine Entlohnung gefordert hatte. „Priorität hatte für uns, wieder Ruhe in den Verein zu bringen. Das ist uns gemeinsam gelungen“, urteilte Vorstandsvorsitzender Stefan Hofmann.

Verlust des des Vereinsstatus droht

Zur sportlichen Situation äußerte sich Rouven Schröder. „Wir wollen auf dem Platz mutig sein, aktiv und hungrig“, umriss der Sportvorstand die Ziele. Rückschläge auf dem Weg mit „vielen jungen, talentierten Spielern“ seien dabei „einkalkuliert“. Zuletzt lief es für die Mainzer durchwachsen. Fünfmal blieben die Rheinhessen sieglos, seit mehr als sieben Stunden warten sie auf ein Tor. „Wir haben eine extrem spannende, willige Mannschaft, die unsere Unterstützung verdient“, appellierte Schröder an die Mitglieder.

Ärger droht dem FSV allerdings von juristischer Seite. Das Registergericht Mainz verlangt von dem Klub, die Profiabteilung auszugliedern. Sonst droht der Entzug des Vereinsstatus. Stichtag ist der 15. November, bis dahin müssen Ausgliederungspläne vorliegen. Mainz aber ist dazu nicht bereit. „Die Entscheidungshoheit über die Frage, wie wir uns organisieren, sollte bei uns und unseren Mitgliedern liegen. Wir sehen uns durch die aktuelle Rechtsprechung in jeder Hinsicht bestätigt“, sagte Vereinsboss Hofmann. Aufsichtsratsvorsitzender Detlev Höhne erklärte, eine Klage des Amtsgerichts wäre „zugleich ein Angriff auf die bisher von der Rechtsprechung gestützten Strukturen des Profifußballs und des Profisports“. Weiterer Ärger an dieser Front droht also.