Remis gegen Brügge sorgt für Frust beim BVB

Foto: Patrik Stollarz/AFP/Getty Images

Borussia Dortmund hat zwar das Achtelfinale der Champions League erreicht, beim 0:0 gegen den FC Brügge aber eine bessere Ausgangsposition verspielt. Vor allem Torhüter Roman Bürki ärgerte sich über die verpasste Chance.

Das erste große Etappenziel war gerade erreicht, aber Roman Bürki verspürte keine große Lust zu feiern. Vielmehr ärgerte sich der Torhüter von Borussia Dortmund trotz des nun sicheren Einzugs ins Achtelfinale der Champions League über die vergebene Chance. „Wir hätten das Spiel gewinnen müssen. Ich bin enttäuscht, wir haben den ersten Gruppenplatz abgegeben“, sagte Bürki nach dem tristen 0:0 gegen den FC Brügge und betonte nochmals: „Das ist eine Enttäuschung. Gegen Brügge zu Hause musst du gewinnen.“

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Das wäre gegen den äußerst defensiven belgischen Meister auch möglich gewesen – doch „wir haben zu wenig zielstrebig nach vorne gespielt, vorne hatten wir zu wenig Bewegung“, monierte Bürki. „Wir haben viel zu wenig aus dem Ballbesitz gemacht und waren einfach nicht so konsequent“, sagte er. Alles Hadern hilft dem BVB jedoch nicht – der souveräne Tabellenführer der Bundesliga braucht nun Schützenhilfe, um den Gruppensieg doch noch zu erreichen. Dafür muss Atlético Madrid beim letzten Vorrundenspiel am 11. Dezember in Brügge patzen und der BVB zeitgleich bei der bereits ausgeschiedenen AS Monaco gewinnen. „Wir wollen da natürlich ein gutes Spiel machen, aber alles andere liegt jetzt nicht mehr in unserer Hand“, sagte Bürki.

Reus fordert Geduld im Spiel

Gelingt die Wende nicht mehr, trifft der BVB im Achtelfinale auf einen Gruppensieger – etwa auf den FC Barcelona mit Superstar Lionel Messi. Zudem müsste Dortmund im Rückspiel auswärts antreten. Im Gegensatz zum durchaus kritischen Torhüter Bürki wollte Kapitän Marco Reus keine schlechte Stimmung aufkommen lassen. „Wir wissen die Situation schon einzuschätzen, wir können nicht jeden Gegner aus dem Stadion fegen. Ein 0:0 ist auch mal in Ordnung“, sagte Reus, der betonte: „Die Spiele kosten einfach sehr viel Kraft. Für uns ist es aber kein Problem.“ Problematisch war jedoch, dass den Dortmunder Angriffen das Tempo und somit auch die Wucht fehlte – weil Brügge diszipliniert, bissig und äußerst destruktiv verteidigte.

„Die Pässe waren manchmal zu langsam, um den Gegner zu destabilisieren“, sagte BVB-Trainer Lucien Favre, „wir konnten das Spiel weder mit dem Ball am Fuß noch mit Pässen beschleunigen.“ Das wäre aber nötig gewesen, „um den Gegner müde zu spielen“. Schon am Samstag (15.30 Uhr) hat der BVB die nächste Chance, es in der Liga gegen den SC Freiburg besser zu machen. Reus erwartet, dass es „gegen Freiburg ähnlich wird“ wie gegen Brügge. „Wir wissen schon, dass die Gegner schauen, wie wir spielen. Wir müssen nun darauf reagieren. Wir haben junge Spieler. Das ist ein Umdenken, ein Prozess“, meinte der Nationalspieler, der forderte: „Wir brauchen Plan B und Plan C, und vor allem müssen wir immer geduldig weiterspielen.“

Kagawa darf den Verein wechseln

Neuigkeiten gibt es derweil im Fall von Shinji Kagawa. Der Japaner möchte möglichst schon im Winter seine sportliche Situation verändern und den Verein wechseln. Sportdirektor Michael Zorc will dem Mittelfeldmann bei einem guten Transferangebot keine Steine in den Weg legen. „Wir werden nach der Hinrunde ein Gespräch mit ihm führen, seine Unzufriedenheit ist nachvollziehbar“, sagte Zorc am Donnerstag und betonte: „Es ist legitim, dass er sich Gedanken macht. Es wäre schlimm, wenn es anders wäre.“