Reus kritisch: „Haben etwas naiv gespielt“

Foto: Patrik Stollarz/AFP/Getty Images

Die Siegesserie von Borussia Dortmund riss in der Nachspielzeit. Beim 2:2 (1:1) gegen Hertha BSC am Samstag reichte auch ein Doppelpack von Senkrechtstarter Jadon Sancho nicht zum Erfolg. Die Fans feierten ihre Mannschaft ausgelassen, die Verantwortlichen waren gnädig in der Beurteilung, doch Marco Reus übte Kritik.

„Die letzten Minuten haben wir etwas naiv gespielt. Wir müssen cleverer sein und nicht immer vier, fünf Tore schießen. Auch ein 2:1 gibt drei Punkte“, sagte der Kapitän des Bundesliga-Spitzenreiters nach dem etwas enttäuschenden Remis gegen Berlin. Statt den knappen Vorsprung über die Zeit zu retten, stürmten die jungen Wilden des BVB in der Schlussphase weiter munter nach vorne. Nach einem überflüssigen Foul des bis dahin bärenstarken Dan-Axel Zagadou an Davie Selke bestrafte Salomon Kalou die Naivität des BVB in der Nachspielzeit vom Punkt (90.+1). „Daraus werden wir lernen“, versicherte Reus.

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Dass die bemerkenswerte Serie der Schwarz-Gelben von sechs Pflichtspielsiegen in Serie drei Tage nach der Gala in der Champions League gegen Atlético Madrid (4:0) riss, hatte aber auch mit der mangelhaften Chancenverwertung zu tun. Raphaël Guerreiro (78.) und Jacob Bruun Larsen (86.) hätten nach dem Doppelpack des 18-jährigen Sancho (27., 61.) für die Entscheidung sorgen müssen. „Das war relativ untypisch für uns. In den letzten Wochen waren wir sehr effizient“, sagte Sebastian Kehl, der Leiter der Lizenzspielerabteilung. Da der BVB aber auch nach 13 Spielen in drei Wettbewerben in dieser Saison weiterhin ungeschlagen blieb, ging Kehl mit Zagadou und der Mannschaft aber nicht zu hart ins Gericht: „Wir können diese Situation anders lösen. Jetzt fehlen uns zwei Punkte, aber weiter geht es.“

„Nichts, worüber man grübeln sollte“

Die Mannschaft von Trainer Lucien Favre führt die Tabelle trotz der „gefühlten Niederlage“ (Mario Götze) weiter an, auch wenn Titelverteidiger FC Bayern München zwei Wochen vor dem Topspiel in Dortmund den Rückstand auf zwei Punkte verkürzt hat. Das sei nichts, „worüber man grübeln sollte“, sagte Kehl. Zumal die Berliner über weite Strecken auch eine gute Leistung boten und durch Kalou (41.) auch schon in der ersten Halbzeit ausglichen.