Reus und die Dauerbrenner in der Elf des Spieltags

Kaum zurück auf dem Platz und schon wieder so wichtig: Im zweiten Spiel nach seinem Kreuzbandanriss hat sich Marco Reus die erste Nominierung für die Elf des Spieltags gesichert. Vertreten sind am 23. Spieltag zudem sein Dortmunder Mannschaftskollege Roman Bürki sowie die Dauerbrenner Naldo und Leon Bailey.

Torwart: Roman Bürki
Nicht gerade wenig Kritik war im bisherigen Saisonverlauf auf Roman Bürki hereingeprasselt. Umso wohltuender für den Schweizer dürfte seine Gala-Vorstellung vom Sonntag gewesen sein. Während Marco Reus nämlich vorne mit einem Geniestreich den Sieg von Borussia Dortmund besorgte, hielt Bürki hinten aber auch wirklich alles. Mit elf Paraden stellte er einen Saison-Bestwert auf und sicherte ganz nebenbei noch den 1:0-Sieg gegen Gladbach.

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Innenverteidigung: Naldo, Panagiotis Retsos und Javi Martínez
Naldo, und immer wieder Naldo: Bereits zum achten Mal hat der Brasilianer den Sprung in die Spieltagsauswahl geschafft. Schließlich war der Verteidiger des FC Schalke 04 beim 2:1-Sieg gegen Hoffenheim am Samstagabend mal wieder kaum zu überwinden. Nur drei von insgesamt 20 Zweikämpfen musste der 35-Jährige verloren geben. Ebenfalls hervorragende Werte verbuchte Panagiotis Retsos. Keinen einzigen Fehlpass nämlich erlaubte sich der 19 Jahre alte Grieche beim 2:1-Sieg von Bayer 04 Leverkusen gegen Hamburg. Bei der „Werkself“ hat sich Retsos im Saisonverlauf als verlässliche Größe erwiesen, ob in der Mitte wie am Samstag oder als Linksverteidiger. Nicht minder flexibel einsetzbar ist Javi Martínez. Während der Spanier bei Jupp Heynckes normalerweise im defensiven Mittelfeld zum Einsatz kommt, musste er gegen Wolfsburg (2:1) mal wieder in der Innenverteidigung ran – und löste seine Aufgabe dort gewohnt unaufgeregt. Mit einer Passquote von 95 Prozent war er auch aus dem Defensivzentrum heraus ein wichtiger Faktor im Kombinationsspiel des FC Bayern München. Aus einem Schuss Martínez‘ resultierte zudem ein Elfmeter für den Rekordmeister.

Defensives Mittelfeld: Kevin-Prince Boateng und Jean-Philippe Gbamin
Kampf und Leidenschaft waren mal wieder das Erfolgsgeheimnis von Eintracht Frankfurt beim 2:1 gegen Leipzig. Wie kein anderer verkörpert Kevin-Prince Boateng diese Eigenschaften. Gegen die Sachsen rieb sich der 30-Jährige unermüdlich im Mittelfeld auf, schoss zudem vorne mit einem präzisen Abschluss das Siegtor. „Wir haben probiert, Fußball zu spielen und Vollgas gegeben. Jeder hat dem anderen geholfen“, sagte Boateng anschließend. Ebenfalls als Kämpfer bekannt ist Jean-Philippe Gbamin. Mit dem 1. FSV Mainz 05 durfte der Ivorer bereits am Freitagabend einen wichtigen Sieg im Abstiegskampf feiern, 2:0 setzten sich die Rheinhessen in Berlin durch. Mit 25 Zweikämpfen zählte Gbamin zu den auffälligsten Spielern im Trikot der 05er, immer wieder erstickte er Angriffe der Hertha im Keim. Zudem glückte dem 22-Jährigen mit einem präzisen Diagonalpass die Vorlage zum 2:0.

Linkes Mittelfeld: Leon Bailey
Die Hoffnungen auf einen langfristigen Verbleib von Leon Bailey dürften sie bei Bayer 04 Leverkusen bereits beerdigt haben. Woche für Woche schließlich spielt der Jamaikaner in dieser Saison groß auf – und hat damit das Interesse so ziemlich aller Top-Klubs geweckt. Beim 2:1 gegen Hamburg wirbelte Bailey mal wieder unermüdlich und verdiente sich unter anderem aufgrund eines Tores die Nominierung für die Spieltagsauswahl – es ist die bereits sechste Berufung des 20-Jährigen.

Rechtes Mittelfeld: Marco Reus
Nach Abpfiff gab es am Sonntag nur ein Thema: den Geniestreich von Marco Reus. Von halbrechts im Strafraum hatte er den Ball perfekt über den verdutzten Yann Sommer ins Tor gesetzt. Damit sicherte der 28-Jährige im zweiten Spiel nach seinem Kreuzbandanriss den 1:0-Sieg von Borussia Dortmund gegen Gladbach. Keinen Hehl machte Reus anschließend daraus, dass die Aktion etwas anders gedacht gewesen sei. „Eigentlich“ habe er den Ball „anders schießen“ wollen, sagte der 29-malige Nationalspieler. Den BVB-Fans dürfte es herzlich egal gewesen sein.

Sturm: Robin Quaison, Breel Embolo und Mario Gómez
Lange hatten sie beim 1. FSV Mainz 05 nach dem richtigen Einsatzgebiet für Robin Quaison gesucht. Seitdem der Schwede jedoch als Stürmer zum Einsatz kommt, zeigt er endlich seine Qualitäten. Am Freitag durfte er sich nach seinem Doppelpack zum 2:0 gegen Hertha BSC als Matchwinner feiern lassen. Dank des ersten Auswärtssieges seit fast einem Jahr schöpfen die Rheinhessen neuen Mut im Abstiegskampf – vor allem dank Quaison. Ebenfalls bislang noch nicht so richtig angekommen war Breel Embolo beim FC Schalke 04. Nach seiner schweren Verletzung in der Vorsaison kämpfte der Schweizer lange um Anschluss. Nun könnte ihm der Durchbruch gelungen sein: Ungemein fleißig war Embolo am Samstag gegen Hoffenheim, immer wieder attackierte er seine Gegenspieler. Die Belohnung war sein zweites Saisontor, als er einen Fehler von Kevin Vogt ausnutzte. Dabei war dem 21-Jährigen nur wenige Minuten zuvor noch ein Treffer wegen Abseitsstellung aberkannt worden. Nun hofft ganz Schalke, dass Embolo endlich der Durchbruch gelungen ist. Nichts mehr beweisen muss dagegen Mario Gómez – und doch entwickelt sich der 32-Jährige zum entscheidenden Trumpf des VfB Stuttgart im Rennen um den Klassenerhalt. Mit dem Siegtreffer zum 1:0 in Augsburg war Gómez der umjubelte Mann beim ersten VfB-Auswärtssieg der Saison. „Sehr, sehr happy“ sei die gesamte Mannschaft über den Sieg, sagte der Nationalstürmer anschließend – der Vorsprung auf Rang 17 wurde schließlich auf zehn Zähler ausgebaut.