Ribéry hat noch viel vor

Foto: Alexander Hassenstein/Bongarts/Getty Images

Franck Ribéry gehört seit Jahren zum Stammpersonal des FC Bayern München. In einem Interview sprach der Franzose nun unter anderem über seinen neuen Trainer Niko Kovač und seine Zukunft beim Rekordmeister.

Kovač hat sich in den letzten Jahren den Ruf erarbeitet, sein Training hart zu gestalten. Im Gespräch mit dem Kicker konnte Ribéry diesen Eindruck bestätigen. „Die Einheiten sind hart, aber nicht zu hart. Die Trainer machen sich ja Gedanken. Sie wissen, was wir brauchen. Sie wissen auch, wann Zeit ist für Erholung. Sie machen das sehr gut“, sagte der Offensivmann. Kovač sei für alles offen und keiner, „der uns knechtet“, betonte Ribéry. Am Saisonanfang sei es wichtig, „gut zu arbeiten, um eine Basis für das Jahr zu legen“, meinte Ribéry, der erklärte, dass die Mannschaft „topfit“ sei.

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Der Franzose selbst ist inzwischen 35 Jahre alt. Und dennoch arbeitet er jeden Tag so wie seine jungen Kollegen. „Manchmal gibt es Tage, da hat man das Gefühl, oh, ganz schön anstrengend das ganze Programm, das Training, die Reisen, der Druck“, gestand der Mittelfeldspieler ein. Er denke dann allerdings an die Zeit, wenn seine Karriere einmal vorbei sein wird. „Dann weiß ich, dass ich das alles vermissen werde und ich mich nach diesen Tagen sehne. Also sage ich mir: ‚Bleib ruhig und profitiere maximal von deiner Zeit hier, von dem, was jetzt noch kommt'“, sagte er.

Zusammenspiel zwischen Fitness und Mentalität

Seine gute Fitness hänge mit seiner Mentalität zusammen, betonte Ribéry. Er sei „immer noch ehrgeizig und hungrig“. „Ich habe mir nie gesagt: ‚Ach, das ist mein letztes Jahr, ich habe alles gewonnen, ich lass‘ das jetzt mal ruhiger angehen. Nein, meine größte Freude ist es, nach Hause zu kommen und zu wissen, dass ich alles gegeben habe'“, sagte Ribéry. Der Franzose ärgere sich auch heute noch, wenn er in einem Training nicht gut gewesen sei. Er lege „alles rein, denn es könnte mein letztes Jahr sein. In meinem Alter weiß ich nicht, was noch so kommen wird.“

Dass der Franzose mittlerweile seit elf Jahren bei den Bayern ist, mache ihn stolz. „Ich hätte 2007 nie gedacht, dass ich so lange bleibe, eine so tolle Karriere hinlege, alles gewinne. Und man darf nicht vergessen, dass ich immer gespielt habe, wenn ich nicht verletzt war“, sagte er. Ribéry sei nie Ersatzspieler gewesen, habe „immer auf Top-Niveau“ agiert, „und das über elf Jahre. In einem Verein, der immer um alle Titel mitspielt, in dem der Druck immens ist.“ Trotz zwischenzeitlicher Zweifel an seiner Person von außen habe Ribéry selbst diese nie gehabt und „war immer sicher, dass ich in der Lage bin, hier so lange zu spielen“.

Weiteres Jahr bei Bayern möglich

Der Rekordmeister hat den Vertrag des Franzosen im Mai erst nach langem Warten bis 2019 verlängert. „Irgendwann wollte ich natürlich wissen, was Sache ist“, sagte Ribéry. Er glaube aber nicht, dass die Verantwortlichen an ihm gezweifelt haben. „Es gab mit Hasan Salihamidžić und Karl-Heinz Rummenigge zwei, drei Gespräche, in denen wir alles auf den Tisch gebracht haben. So muss es sein, das war schon wichtig für mich“, betonte der Offensivmann. Zwar habe er ernsthafte Angebote aus China gehabt, sein Ziel sei es aber immer gewesen, bei Bayern weiterzumachen.

„Ich wollte nicht woanders hin oder mich mit anderen Dingen beschäftigen. […] Ich mag die Bundesliga, die Champions League. Und ich träume davon, sie ein zweites Mal zu gewinnen. Ich habe große Ziele, und ich denke, dass ich der Mannschaft noch etwas geben kann. Wenn ich das Gefühl gehabt hätte, ich sei leer, ausgepowert, dann wäre ich gegangen. Ich wollte keinen Vertrag, nur damit ich weiter da bin“, sagte der Franzose. Ist die laufende Saison nun Ribérys letztes Jahr beim Rekordmeister? „Das weiß man nicht“, sagte er. Der Offensivmann hätte Lust auf ein weiteres Jahr, meinte er und ergänzte: „Aber man muss erst einmal abwarten, wie die Saison verläuft. Ich bin da ganz entspannt und setze mich jetzt nicht unter Druck. Man muss sich und seine Leistungen auch richtig einschätzen. Das ist jetzt alles noch zu früh.“