Ridle fast wie Riedle: Bakus Traumstart in Mainz jäh unterbrochen

Foto: Jürgen Schwarz/Bongarts/Getty Images

Der Name verpflichtet: Der Vater von Bote Nzuzi Baku war und ist großer Fan des früheren Nationalspielers Karl-Heinz Riedle. Schon in Kinderjahren wurde Lutumbas Filius deshalb „Ridle“ gerufen. Und in seinen ersten Bundesliga-Spielen für den 1. FSV Mainz 05 stand der kleine Ridle dem großen Riedle in nur wenig nach – Bakus Debüt für die Rheinhessen war sogar ein kleines Fußballmärchen.

Baku war am 23. April mit der U23 eigentlich schon auf dem Weg nach Freiburg. Als sich bei den Profis aber zwei Mittelfeldspieler kurzfristig verletzten, raste Teammanager Darius Salber auf der Autobahn hinterher und holte den 20-Jährigen auf einer Raststätte bei Bruchsal aus dem Bus. Ein paar Stunden später erzielte der Youngster das Tor zum 3:0-Endstand gegen RB Leipzig. „Er war ein wichtiges Element. In seinem ersten Bundesliga-Spiel, in dem vielleicht zu Beginn die Dinge noch nicht so funktionieren, gegen einen sehr guten Gegner, sich so reinzubeißen, das ist sensationell“, sagte Trainer Sandro Schwarz damals. Im Anschluss traf Baku auch im vorletzten Saisonspiel bei Borussia Dortmund (2:1) und hatte damit entscheidenden Anteil am Klassenerhalt der 05er.

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Entsprechend war es für Schwarz eine kleine Hiobsbotschaft, als Baku im Punktspiel bei Borussia Mönchengladbach vor eineinhalb Wochen einen Riss der Syndesmose und eine Innenbandverletzung im linken Fuß erlitt. Der 20-Jährige, der sich den Namen Ridle auch in den Personalausweis hat schreiben lassen, fällt acht Wochen aus, was ein Loch in das junge Mittelfeld reißt.

Bruder Makana hört auf Spitznamen „Rudi“

An den ersten acht Spieltagen machten Baku, Pierre Kunde und Jean-Philippe Gbamin (beide 23) ihre Sache gut, auch wenn die Torgefahr fehlte. Schwarz gibt seinen Jungprofis die nötige Zeit, Fehler werden schnell verziehen. „Ich muss immer noch Bälle aufpumpen und Hütchen zusammenstellen“, hatte Baku im Sommer gesagt. „Ich versuche, dran zu bleiben und konstant meine Leistung abzurufen. Ich muss den nächsten Schritt gehen, das erwarte ich auch von mir selber.“ Für den FSV spielte der gebürtige Mainzer schon in der U10 – zusammen mit seinem Zwillingsbruder Makana, der seit 2017 für den Drittligisten SG Sonnenhof Großaspach aufläuft. Makana Baku bekam von Vater Lutumba im Übrigen den Spitznamen „Rudi“. Mit Ex-Nationalspieler Rudi Völler hat das seiner Kenntnis nach aber nicht zu tun.