Rummenigge: „Jedes Mittel recht, um uns zu stoppen“

Foto: Alexander Hassenstein/Getty Images

Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge hat nach den jüngsten Verletzungen beim FC Bayern eine scharfe Reaktion des Deutschen Fußball-Bundes gefordert. Die Münchner müssen derzeit auf die teilweise schwer verletzten Kingsley Coman, Corentin Tolisso und Rafinha verzichten.

„Was uns allen nicht gefällt, ist die Gangart, mit der gegen uns gespielt wird. Das ist etwas, was irgendwie abgestellt werden muss“, sagte Rummenigge vor dem Abflug der Bayern zum Champions League-Auftakt bei Benfica Lissabon am Mittwoch (21 Uhr). „Da ist der DFB und da sind insbesondere die Schiedsrichter gefragt, dass sie die Spieler schützen“, führte Rummenigge weiter aus. „Das kann nicht so weitergehen. Sonst kriegen wir am 10. Spieltag keine elf Spieler mehr zusammen. Ich möchte daran erinnern: Wir haben viele Nationalspieler, und die haben demnächst Spiele in wichtigen Wettbewerben.“

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Rummenigge sieht für die harte Gangart der Gegner auch die öffentliche Debatte um die Überlegenheit des Serienmeisters als Ursache. Es werde diskutiert nach dem Motto: „Jedes Mittel ist recht, um dem FC Bayern Probleme zu machen oder ihn zu stoppen“, sagte er. „Diese Diskussion ist ein Stück weit unsäglich und auch völlig unfair.“ Rummenigge begrüßte in diesem Zusammenhang die Vier-Spiele-Sperre für Leverkusens Karim Bellarabi, der mit einem Foul den Münchner Rafinha verletzt hatte. Er sei zwar grundsätzlich kein Freund von Strafen, meinte er, diese aber könne „ein Exempel sein, dass man bereit ist, durchzugreifen“. Bellarabis Foul sei „völlig unsinnig“ gewesen.

„Das ist alles kein Selbstläufer“

Rummenigge hofft mit Blick auf die Fünfjahreswertung auf ein besseres Abschneiden der deutschen Klubs in Europa. „Wir sind Tabellenvierter. Wenn wir noch weiter runterrutschen – und das ist bei dem Trend, der in den letzten zwei Jahren geherrscht hat, nicht zur Gänze auszuschließen –, dann verlieren wir Plätze. Und dann geht das Gejaule los. Das Gejaule sollten wir uns ersparen“, sagte er. Er traue allen vier Mannschaften in der Champions League zu, „dass sie sich für das Achtelfinale qualifizieren“, ergänzte Rummenigge. „Und ich wünsche es allen vier auch, das wäre gut.“

Neben den Bayern sind der FC Schalke 04, die TSG 1899 Hoffenheim und Borussia Dortmund dabei. „Ich warne davor, die Gruppe zu unterschätzen“, sagte Rummenigge über die Aufgabe der Bayern in der Vorrunde mit Benfica, Ajax Amsterdam und AEK Athen. „Wir sind zu Recht Favorit, aber das ist alles kein Selbstläufer. Wir tun gut daran, vom ersten Tag an konzentriert und motiviert zu spielen. Ich hoffe, dass die Mannschaft das verinnerlicht.“