Schalke droht historischer Fehlstart gegen Mainz

Foto: Alex Grimm/Bongarts/Getty Images

Dem Bundesliga-Schlusslicht FC Schalke 04 droht am kommenden Samstag (15.30 Uhr) gegen den 1. FSV Mainz 05 die Einstellung eines historischen Rekords. Trainer Domenico Tedesco wackelt dennoch nicht.

Der S04-Coach hat langsam genug. Mit jeder Niederlage wird die Liste seiner Unterstützer länger statt kürzer, jetzt will Tedesco endlich zurückzahlen. „Olaf Thon hat sich gemeldet, Asamoah, Anderbrügge, Büskens. Und wahrscheinlich habe ich noch 24 Namen vergessen. Ich habe unfassbar viel Nähe bekommen. Das ist schon rührend“, sagte Tedesco auf der Pressekonferenz am Freitag und wirkte durchaus bewegt: „Ich brenne darauf, das zurückzuzahlen. Es wird Zeit.“ Fünf Niederlagen hat Schalke bislang kassiert, am Samstag droht sogar die Einstellung eines unrühmlichen Rekords: In der langen Bundesliga-Geschichte hat bislang nur Fortuna Düsseldorf 1991 die ersten sechs Partien verloren.

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Doch Fans und Verein halten weiter zu Tedesco. „Die Situation ist Mist. Die Unterstützung ist mir daher sehr wichtig. Mehr kann man mir nicht geben“, sagte der 33-Jährige. Die Frage ist nur: Wie lange hält der Burgfrieden rund um die Arena noch? Die Ruhe ist beinahe gespenstisch, gerade für einen Klub wie Schalke, wo Lärm zur Folklore gehört. Sportvorstand Christian Heidel, der am Donnerstag mit Tedesco bei einem Glas Wein die Lage besprach, sparte nicht mit Dank an die Fans. „Diese Ruhe ist eminent wichtig. Ich habe das auch in Mainz erlebt. Wir sind immer herausgekommen, weil ein kühler Kopf bewahrt worden ist“, meinte der 55-Jährige nüchtern.

Tedesco: „Zuversichtlich, den schweren Bock umzustoßen“

Dennoch muss gegen Heidels Ex-Klub unbedingt ein Sieg hier. Schalke ist das einzige Team, bei dem noch immer die Null steht. Gerade einmal zwei Tore hat der Vizemeister erzielt, auch das ist Tiefstwert. Ligaspitze sind einzig die 14 Gelben Karten. „Wir haben noch kein einziges Mal geführt. Uns fehlt dieses Tor, das wollen wir mit aller Macht haben. Wir sind zuversichtlich, den schweren Bock umzustoßen“, sagte Tedesco. Immerhin: Die letzten vier Heimspiele gegen Mainz hat Schalke alle gewonnen. Erst zum zwölften Mal in der Bundesliga-Geschichte startete ein Klub mit fünf Pleiten – Schalke erwischte es schon zum zweiten Mal.

Vergleiche zu 2016 wollte Heidel nicht ziehen. „Vor zwei Jahren war alles neu. Jetzt arbeiten wir alle schon ein Jahr zusammen und wissen, was funktioniert hat“, sagte er. Der einzige Vergleich, den Heidel gelten ließ: „Es war damals beschissen und es ist heute beschissen.“ Vor einer Rückkehr ins Team steht Naldo, der am Dienstag in Freiburg (0:1) keine Minute gespielt hatte. „Er wurde geschont. Es ist naheliegend, einen 36-Jährigen innerhalb von sechs Tagen nicht in das dritte Spiel zu schicken. Wir hätten nichts gewonnen, wenn er sich verletzt“, sagte Tedesco. Naldo hatte nach der Begegnung erklärt, gegen Mainz wieder spielen zu wollen.