Schalke muss die Torflaute in Köln beenden

Foto: Karina Hessland-Wissel/Bongarts/Getty Images

Die Torflaute beim FC Schalke 04 bereitet große Sorgen. Im Pokalspiel beim 1. FC Köln am Mittwoch (18.30 Uhr) muss der Vizemeister endlich wieder treffen. Trainer Domenico Tedesco lässt dafür nichts unversucht.

Tedesco trieb seine Spieler lautstark an. „Belohnt euch“, rief der S04-Coach. „Macht die Dinger.“ Um die Torflaute bei den „Knappen“ endlich zu beenden, griff der 33-Jährige zu ungewöhnlichen Maßnahmen. Im Training durften die Spieler von der Strafraumgrenze frei abschließen, um wieder ein Erfolgserlebnis vor dem Tor zu feiern. Denn beim Zweitrundenduell im DFB-Pokal beim 1. FC Köln muss es endlich wieder klappen mit dem Toreschießen – ansonsten wird es für die kriselnden Königsblauen noch ungemütlicher. Allerdings macht die bisherige Ausbeute wenig Mut: In der Bundesliga erzielte der Champions League-Teilnehmer in neun Spielen nur fünf Tore – so harmlos war der Schalker Angriff zuletzt vor 51 Jahren.

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Breel Embolo und Guido Burgstaller haben jeweils einen Treffer auf dem Konto, der als Hoffnungsträger von der TSG 1899 Hoffenheim verpflichtete Mark Uth ist gar noch torlos. Das Pokalspiel wäre der perfekte Rahmen für den ersten Treffer, das weiß Uth. „Für mich persönlich wäre es ein schönes Gefühl in der Heimat“, sagte der gebürtige Kölner dem Express. In der Jugend hat Uth beim FC gespielt, als Profi weist er drei Tore und vier Vorlagen in sechs Spielen gegen seinen Ex-Verein auf – dennoch warnt er vor den Rheinländern. „In diesem Stadion ist es immer schwer für Auswärtsmannschaften“, sagte Uth. „Wir dürfen nicht erwarten, mit Leichtigkeit durchzumarschieren – gerade in der Situation, in wir uns befinden.“

Heidel: „Da kann kein Trainer der Welt was für“

Sportvorstand Christian Heidel mahnte an, die Torflaute nicht überzubewerten. „Es gibt so Phasen, da kann kein Trainer der Welt was dafür“, sagte Heidel nach dem jüngsten 0:0 bei RB Leipzig. Auch die glücklosen Stürmer verteidigte er: „Wir müssen doch keinem erklären, dass das Tor 7,32 m breit ist und wenn man köpft, dass man auch reinköpfen kann. Das wissen die alle.“ Schalke schwächelt aber nicht nur vor dem gegnerischen Tor – Kritik gibt es vor allem auch an der destruktiven Spielweise des Vizemeisters. „Meine Welt ist das nicht mehr“, sagte Stürmer-Ikone Klaus Fischer der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung. „Das ist nicht mein Fußball, nur lange Bälle aus der Abwehr nach vorne zu schlagen und dann hinterherzulaufen.“

Auch Leipzig-Coach Ralf Rangnick spottete über sein Ex-Team: „Es kam ein langer Ball nach dem anderen geflogen. Was willst du da machen? Die mit dem Luftgewehr herunterschießen, dass der Ball irgendwann mal tot herunterfällt? Das finde ich schon bei Wildgänsen nicht gut. Und im Fußball macht das wenig Sinn.“ Was also macht Schalke Hoffnung, dass es am Mittwoch in Köln endlich besser läuft? „Wir haben schon bewiesen, dass wir es besser können“, meinte Heidel. „Der Plan ist schon, diese Woche erfolgreich zu gestalten.“