Schalke nach Zittersieg erleichtert

Foto: Alex Grimm/Bongarts/Getty Images

Mit viel Glück hat der FC Schalke 04 das frühe Aus im DFB-Pokal vermieden. Den Erfolg beim Zweitligisten 1. FC Köln werteten die Schalker Verantwortlichen als Schritt in die richtige Richtung – auch wenn S04 spielerisch erneut enttäuschte.

Angesprochen auf Matchwinner Mark Uth lächelte Domenico Tedesco doch noch glücklich und zufrieden. „Er hat diesen Riecher, deswegen ist er ja hier“, sagte der Schalke-Trainer nach dem hart erkämpften Erfolg des Vizemeisters im Pokal. Ausgerechnet der gebürtige Kölner Uth, bislang noch ohne Tor für die kriselnden Königsblauen, hatte Schalke im Elfmeterschießen erlöst und den letzten Schuss zum 6:5 (1:1, 0:1) verwandelt. „Das ist für den Kopf nicht so unwichtig“, meinte Tedesco. Auch Sportvorstand Christian Heidel war überzeugt, dass Uth dieser Treffer „bestimmt gut getan hat“.

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Der emotionale Schlusspunkt täuschte jedoch nicht darüber hinweg, dass die Schalker von ihren eigenen Ansprüchen noch immer weit entfernt sind. Von einem Klassenunterschied war am Mittwochabend nichts zu sehen, vielmehr war Köln über weite Strecken die bessere und „klarere“ Mannschaft, wie FC-Trainer Markus Anfang treffend analysierte. Der Zweitligist hatte nach Jhon Córdobas Treffer in der 43. Minute bis kurz vor dem Ende geführt, dann verwandelte Nabil Bentaleb (89.) einen Handelfmeter und rettete S04 in die Verlängerung. „Ich habe nicht mehr dran geglaubt, da kam wieder der Pessimist durch“, gab Heidel offen zu. „Am Ende war es ein typisches Pokalspiel mit dem glücklicheren Ende für uns.“

Schub aus psychologischer Sicht

Dafür sorgten Uth, der in der Entscheidung vom Punkt keine Nerven zeigte, und Ersatztorhüter Alexander Nübel, der mehrfach glänzend parierte. „Wir waren zuletzt nicht mit viel Glück und emotionalen Erlebnissen gesegnet“, sagte Heidel und betonte, so ein erkämpfter Sieg wie jener in Köln könne „etwas freimachen, weil er ein Wir-Gefühl gibt“. Das sagte auch Uth: „Nach Elfmeterschießen weiterzukommen, gibt natürlich aus psychologischer Sicht einen Schub. Den nehmen wir jetzt mit in die Bundesliga.“ Also gilt fortan die volle Konzentration dem Kellerduell des Tabellen-15. am Samstag (15.30 Uhr) gegen Hannover 96. Natürlich muss dort „ein Dreier her“, forderte Heidel, „denn ich weiß, wie die Tabelle aussieht.“

Auch dort wird es wieder auf Uth ankommen, der in Tedescos Plänen eine immer zentralere Rolle einnimmt. Der Coach beorderte Uth vom Sturmzentrum auch gegen Köln ins Mittelfeld, um mehr Struktur im Spiel zu haben. „Er macht es auf beiden Positionen sehr gut“, meinte Tedesco. „Er hat im vergangenen Jahr 15 Tore gemacht mit einer gewissen Leichtigkeit, die jetzt langsam wiederkommt.“