Schalke sucht nach Stimmungsaufheller

Foto: Christof Koepsel/Bongarts/Getty Images

Bei der Schalker Rückkehr in die Champions League ist die Vorfreude getrübt. Nach den drei Bundesliga-Pleiten zum Saisonstart brauchen die Königsblauen schleunigst einen Stimmungsaufheller.

Der FC Schalke 04 kehrt nach 1288 Tagen in die Champions League zurück, Domenico Tedesco steht erstmals im feinen Zwirn an der Seitenlinie, aber das Lächeln fällt dem Trainer schwer. Nach dem kapitalen Bundesliga-Fehlstart kämpft der Überflieger der vergangenen Saison gegen seine erste Krise – und die schlechte Laune vor dem bislang größten Spiel seiner Karriere. „Wir haben uns letzte Saison zerrissen, um diese Spiele spielen zu dürfen. Daher müssen wir es mit Freude und Spaß angehen und versuchen, die Ergebnisse auszublenden“, forderte der 33-Jährige vor dem Auftaktmatch am Dienstag (21 Uhr) gegen den FC Porto. Die Königsklasse, die er bisher nur aus dem Fernsehen kannte, sei „Belohnung und nicht Belastung“.

- Anzeige -

Vor anderthalb Jahren war Tedesco noch Trainerneuling beim Zweitligisten Erzgebirge Aue, nach der überraschenden Vize-Meisterschaft mit S04 im ersten Bundesliga-Jahr erfüllt sich schon jetzt der Traum von der größten Bühne im Klub-Fußball. Doch die Vorfreude ist nach den drei Pleiten in der Liga getrübt, der Taktiktüftler als Psychologe gefragt. „Er kann damit umgehen“, meinte Sportvorstand Christian Heidel nach dem 1:2 in Gladbach, „bei uns steht kein ratloser Trainer da.“ Das erste Schalker Spiel in der Champions League seit dem 4:3 im Achtelfinale 2015 beim Rekordsieger Real Madrid soll als Stimmungsaufheller wirken, damit Königsblau nicht in Depressionen verfällt. Getreu dem Motto von Stürmer Guido Burgstaller: „Hart arbeiten, nicht jammern, Gas geben und an uns glauben.“

Gute Erinnerungen an Porto

Gegen den portugiesischen Rekordmeister mit der spanischen Torwartlegende Iker Casillas ist die Aufgabe angesichts der schwachen Leistungen in der Bundesliga aber äußerst anspruchsvoll. „Es ist der stärkste Gegner in der Gruppe“, sagte Heidel über den 28-maligen Meister, der beste Erinnerungen an die Schalker Arena hat: 2004 gewann er mit Trainer José Mourinho in Gelsenkirchen das Champions League-Finale gegen die AS Monaco mit 3:0. Auch die Königsblauen denken gerne an Porto: 2008 zogen sie dank der Paraden von Torhüter Manuel Neuer im Elfmeterschießen ins Viertelfinale ein. Auch 1976 setzten sie sich im UEFA-Cup dank dreier Tore ihres legendären Stürmers Klaus Fischer durch.

Aktuell überwiegen aber die Probleme – in allen Mannschaftsteilen: Die in der Vorsaison so stabile Abwehr um Naldo wackelt, im Mittelfeld läuft der Königstransfer Sebastian Rudy nur nebenher, und der Angriff hat in 270 Bundesliga-Minuten lediglich ein Tor aus dem Spiel heraus zustandegebracht. „Wir haben gerade Dreck am Schuh“, meinte Daniel Caligiuri, der wie viele andere von der Form der Vorsaison weit entfernt ist.