Schalker Achtelfinaleinzug von Misstönen begleitet

Foto: Octavio Passos/Getty Images

Der FC Schalke 04 hat das Achtelfinale der Champions League erreicht. Doch nach dem 1:3 beim FC Porto wollte keine Freude aufkommen. Der Anhang der Königsblauen machte seine Unzufriedenheit lautstark deutlich.

Der Abend, der Schalke 04 das Achtelfinalticket in der Champions League bescherte, endete mit Misstönen. Zwei Stunden, nachdem sie die Schützenhilfe aus Moskau bejubelt hatten, pfiffen viele der fast 5000 mitgereisten Fans – und die Spieler des Vizemeisters wunderten sich. „Einerseits waren sie glücklich, andererseits haben sie gepfiffen“, stellte Mittelfeldspieler Alessandro Schöpf nach dem 1:3 (0:0) beim FC Porto ratlos fest.

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Die meisten seiner Teamkollegen hatten sich nach der ersten Niederlage in der Königsklasse schon auf den Weg in die Kabine gemacht, ehe Trainer Domenico Tedesco sie gestenreich zum Schalker Block im Drachenstadion schickte. „Es ist hart für uns, wenn die Fans verärgert sind“, meinte Omar Mascarell, „aber wir müssen es verstehen.“ Das fiel jedoch dem einen oder anderen schwer, zumal zuvor der königsblaue Anhang immer wieder den Stimmungsklassiker „Oh, wie ist das schön“ gesungen hatte. Je mehr der Bundesliga-14. in seinem 200. Europapokal-Spiel in der zweiten Halbzeit auseinanderfiel, desto mehr klang es nach Sarkasmus. Die Freude über den sechsten Einzug in die K.o.-Runde der Champions League, den Lokomotive Moskau mit dem 2:0-Sieg gegen Galatasaray Istanbul schon vor dem Anpfiff in Porto gesichert hatte, war da längst verflogen.

Verletzungspech wird größer

Ihren Gesang hatten die Fans ohnehin nur angestimmt, weil er in der Halbzeitpause aus den Lautsprechern ertönt war – mit portugiesischem Text als Vereinslied des FC Porto: „Blau und weiß ist das Herz.“ Die heimischen Zuschauer reagierten deshalb jedes Mal mit tosendem Applaus. Die Schalker Pfiffe zum Schluss stellten jedoch klar, dass ihre Mannschaft an diesem Abend nichts zur Erheiterung beigetragen hatte. Sportvorstand Christian Heidel war überrascht. „Sie haben immer das Recht, Unmut zu äußern“, sagte er, „aber jetzt, da wir uns für das Achtelfinale qualifiziert haben – ich weiß nicht.“ Bis auf einen späten Handelfmeter durch Nabil Bentaleb (89.) hatten die Königsblauen in der Offensive fast gar nichts zustande gebracht, die Defensive wackelte immer wieder.

„Offensiv tun wir uns sehr, sehr schwer – schon die ganze Saison“, gab Schöpf zu. Der Gruppensieg ist nicht mehr möglich, im Achtelfinale wartet somit ein ganz dicker Brocken. Auf die Stimmung drückte neben der schlechtesten Saisonleistung in der Königsklasse auch das erneute Verletzungspech. Schalke gehen vor dem richtungweisenden Bundesliga-Spiel am Samstag (18.30 Uhr) bei der TSG 1899 Hoffenheim die Stürmer aus. Guido Burgstaller fehlte in Porto wegen einer Achillessehnenentzündung, Steven Skrzybski musste zur Halbzeit wegen einer Muskelverletzung im Schulterbereich ausgewechselt werden. „Ich weiß nicht, wann bei einer Bundesliga-Mannschaft schon mal fünf Stürmer gleichzeitig verletzt waren“, klagte Heidel. Breel Embolo, Mark Uth und Cedric Teuchert fehlen längerfristig. Burgstallers Verletzung sei „sehr, sehr schmerzhaft“, berichtete Heidel, „ich habe aber die Hoffnung, dass wir das bis Samstag hinbekommen“. Bei Skrzybski könne er sich dagegen „nicht vorstellen, dass er am Samstag spielen kann“.