Schalker Befreiungsschlag gegen Nürnberg

Foto: Maja Hitij/Bongarts/Getty Images

Der kriselnde FC Schalke 04 hat einen Schritt aus dem Tabellenkeller gemacht. Gegen Aufsteiger 1. FC Nürnberg setzten sich die Königsblauen in einem Spiel mit vielen Abwehrschwächen mit 5:2 (2:1) durch und vergrößerten den Abstand zur Abstiegszone auf vier Punkte.

Der langjährige Berliner Zweitligastürmer Steven Skrzybski mit seinen ersten Bundesliga-Toren (26./84.), Amine Harit (32.), Guido Burgstaller (70.) und Bastian Oczipka (90.+3) trafen für die Gelsenkirchener, die erstmals seit dem 4:4 bei Erzrivalen Borussia Dortmund (25. November 2017) vier Treffer in einem Bundesliga-Spiel erzielten. Auf der Gegenseite profitierten Federico Palacios (38.) und Adam Zreľák (79.) bei ihren Treffern von Schalker Defensivschwächen. Der „Club“, der Robert Bauer durch Gelb-Rot wegen wiederholten Foulspiels verlor (67.), hat seit 1993 nicht mehr auf Schalke gewonnen und aus den 13 Gastspielen seitdem nur drei Punkte geholt.

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Das Duell der befreundeten Altmeister hatte mit einer beeindruckenden Choreografie im gesamten Stadion begonnen – eine Seite im Nürnberger Rot, die andere im Schalker Blau. Mittendrin die Aussage: „Tradition ist nicht Asche bewahren, sondern die Weitergabe des Feuers.“ Schalke musste auf die verletzten Stürmer Breel Embolo (Mittelfußbruch) und Mark Uth (Sehnenverletzung im Oberschenkel) verzichten, dafür gab Skrzybski sein Startelfdebüt. Außenverteidiger Bastian Oczipka stand nach seiner Schambein-OP erstmals in dieser Saison auf dem Feld. Nationalspieler Sebastian Rudy kehrte in die erste Formation zurück – in der Bundesliga zum ersten Mal seit zwei Monaten.

Skrzybski startet furios

Nürnbergs Coach Michael Köllner verstärkte seine Abwehr mit Ondrej Petrak, der bei Schalker Ballbesitz aus der Vierer- eine Fünferkette machte. Im Sturm gab der Schwede Mikael Ishak nach auskurierter Knieverletzung sein Comeback. Die Hereinnahme Skrzybskis zahlte sich sofort aus: Nach einem Pass von Daniel Caligiuri schlug „Club“-Torwart Christian Mathenia über den Ball, der Ex-Berliner bedankte sich für das Geschenk und schob den Ball ins leere Tor. Zuvor hatte Nürnbergs Keeper Schüsse von Burgstaller (6. und 16.) noch glänzend pariert. Beim zweiten Tor der Königsblauen missglückte nach einer Flanke von Burgstaller der Abwehrversuch von Georg Margreitter, der Ball landete direkt vor den Füßen von Harit.

Die Nürnberger, die schon in der Anfangsphase durch Ishak (18.) und Hanno Behrens (25.) nach Schalker Fehlern gute Chancen hatten, fanden schnell eine Antwort. Erst scheiterte der völlig frei stehende Ishak an Torhüter Ralf Fährmann, dann staubte Palacios ab. Kurz vor der Pause musste „Club“-Keeper Mathenia vom Feld, der sich bei seinem Fehler vor dem 0:1 verletzt hatte. Die größte Chance zur Vorentscheidung vergab Nabil Bentaleb, der statt aufs Tor zu schießen, auf Burgstaller querlegte. Der überraschte Österreicher trat über den Ball (53.). In der Schlussphase machte Königsblau den Sack dann aber zu.