Schalkes Angriff steht sich selbst auf den Füßen

Foto: Selim Sudheimer/Bongarts/Getty Images

Der Motor des FC Schalke 04 stottert. Die „Knappen“ starteten mit zwei Niederlagen in die laufende Bundesliga-Saison und steuern auf die erste kleine Krise unter Trainer Domenico Tedesco zu. Vor allem hapert es aktuell in der Offensive der Königsblauen.

Lediglich ein Tor gelang Schalke an den ersten beiden Spieltagen. Nabil Bentaleb traf beim 1:2 in Wolfsburg vom Punkt; aus dem Spiel heraus entwickelt S04 zu wenig Gefahr. Die wenigen Chancen, die sich ergaben, ließen die „Knappen“ dann auch noch liegen – der Saisonstart wurde verpatzt. Schon in der abgelaufenen Spielzeit stand Königsblau nicht für frenetischen Offensivfußball, sondern war vor allem nach Standards gefährlich und beeindruckte durch eine stabile Abwehr. Beides gelingt in der aktuellen Saison noch nicht, sodass es nun Probleme gibt.

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Mark Uth kam im Sommer aus Hoffenheim und sollte mehr Kreativität und Gefahr ins Schalker Offensivspiel bringen. Bisher ist der 27-Jährige aber noch nicht richtig bei den „Knappen“ angekommen; ein Tor gelang ihm noch nicht. Problematisch wird es, wenn man sich die Schalker Angriffstypen anschaut. Uth, Guido Burgstaller und Breel Embolo sind allesamt Stürmer, die sich im Zentrum am wohlsten fühlen. Vor allem der Österreicher Burgstaller ist nicht der technisch versierteste Neuner, sondern hat seine Stärken im Sechzehner. Auch seine beiden Kollegen absolvierten den Großteil ihrer Profispiele im Zentrum.

Konoplyankas Platzverweis schmerzt

Da Trainer Domenico Tedesco allerdings dazu neigt, zwei der drei Stürmer zusammen aufzustellen, funktioniert der Schalker Angriff noch nicht optimal. Es kommt zu einer Ballung im Zentrum, da die Angreifer ungern auf die Flügel ausweichen. Die Offensive der Königsblauen steht sich praktisch gegenseitig auf den Füßen. Mit der Folge, dass es vor dem Tor hapert. Helfen könnte womöglich eine Systemumstellung auf einen Sturm mit zwei klaren Flügelspielern und nur einem Neuner im Zentrum.

Beim 0:2 gegen Hertha BSC war Yevhen Konoplyanka Schalkes gefährlichster Mann in der Offensive. Der Ukrainer flog zwar kurz vor dem Ende der Partie aufgrund einer Notbremse vom Platz, gerade im ersten Durchgang hatte er aber einige Chancen. Seine Sperre für das Spiel in Gladbach (Samstag, 18.30 Uhr) tut Schalke dementsprechend weh. Steven Skrzybski wäre eine Alternative gewesen, auch Amine Harit oder Cedric Teuchert können auf den Außenbahnen spielen. Für Tedesco wird es wichtig sein, die Angriffsprobleme schnell in den Griff zu bekommen. Sonst droht die Situation rund um die Veltins-Arena noch ernster zu werden.