Schalker Defensive auf dem Weg zur alten Stärke

Foto: Dean Mouhtaropoulos/Bongarts/Getty Images

Der Wind weht auf Schalke seit rund eineinhalb Wochen aus einer anderen Richtung. Nachdem Königsblau mit fünf Bundesliga-Niederlagen in Folge in die Saison gestartet war, gab es zuletzt drei Pflichtspielsiege am Stück. Mit ein Grund für den Aufwärtstrend ist die wiedererstarkte Defensive.

Zu behaupten, dass Schalke 04 aktuell furiosen Offensivfußball spielt, wäre gelogen. Noch immer sind die Neuzugänge um Mark Uth und Co. nicht vollends angekommen, noch immer fehlt im Angriffsspiel die so wichtige Kreativität. Fünf eigene Treffer unterstreichen die aktuell noch vorhandene Harmlosigkeit. Eine Stärke der vergangenen Saison allerdings ist zurück: die defensive Stabilität. Dreimal in Folge ging Schalke zuletzt als Sieger vom Platz. Der 1. FSV Mainz 05 (1:0), Lokomotive Moskau (1:0) und Fortuna Düsseldorf (2:0) wurden jeweils zu Null geschlagen. Die starken Abwehrleistungen machten die Schwäche im eigenen Angriff wett, sodass S04 seine Punkte einfahren konnte.

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Schon in der letzten Saison beruhten viele Schalker Erfolge auf wenigen Gegentoren. Die Defensive um Abwehrchef Naldo, das inzwischen zu Paris Saint-Germain gewechselte Eigengewächs Thilo Kehrer, Linksfuß Matija Nastasić und Torwart Ralf Fährmann ließ insgesamt nur 37 Gegentreffer zu. Nur Meister FC Bayern München stand mit 28 Gegentoren noch besser. Trainer Domenico Tedesco baute auf eine Dreierkette, die bei gegnerischem Ballbesitz zu einer Fünferkette wurde. Auf den außen spielten Bastian Oczipka links und Daniel Caliguri rechts jeweils eine starke Saison, das Gesamtkonstrukt funktionierte gut. Am Ende standen der Vizemeister-Titel und die damit verbundene Qualifikation für die Champions League.

Härtetest Bremen steht bevor

In der laufenden Saison ist die taktische Ausrichtung anders. Die Dreierkette funktionierte nicht mehr so wie gewollt, Tedesco entschied sich in den letzten Spielen dazu, auf eine Viererkette umzustellen. Auf der linken Seite spielte Neuzugang Hamza Mendyl, der etwas Eingewöhnungszeit brauchte, inzwischen aber gute Leistungen zeigen kann. Die Innenverteidigung bildeten Routinier Naldo und Salif Sané, der aus Hannover zu Königsblau wechselte. Auch der Senegalese zeigte nicht von Anfang an die erhofften Leistungen, konnte sich aber in den letzten Spielen stabilisieren. Selbiges gilt für Naldo. Und auch Caligiuri auf rechts lief seinen Leistungen aus der letzten Saison hinterher.

Inzwischen allerdings scheint Tedescos Umstellung zu fruchten. Die Abstimmungsschwierigkeiten des Saisonbeginns sind größtenteils überwunden, die Verteidiger harmonierten miteinander – zumindest in den vergangenen drei Spielen. Zeitgleich allerdings waren die Gegner der „Knappen“ zuletzt keine Offensiv-Maschinerien. Mainz steht nach sieben Spieltagen bei vier geschossenen Toren, Düsseldorf kommt auf fünf. Lok Moskau brachte es in zehn Ligaspielen immerhin auf elf Tore. Ein richtiger Härtetest wartet auf die Schalker Abwehr am kommenden Spieltag (20. Oktober, 18.30 Uhr), wenn der SV Werder Bremen in der Veltins Arena zu Gast ist. Dann wird sich zeigen, ob S04 defensiv wirklich wieder stabil ist.