Schuster fordert Weiterbildungsmöglichkeiten für Profis

Julian Schuster pflichtet seinem Freiburger Teamkollegen Nils Petersen bei und fordert mehr Möglichkeiten zur Weiterbildung für Fußballprofis. Beim Sportclub sieht er sich als Vermittler zwischen Trainer und Spielern.

Im Dezember hatte Petersen im Interview mit dem Focus beklagt, dass er im Fußballgeschäft „seit über zehn Jahren verblöde“ und damit eine Debatte über fehlende Bildung von Fußballprofis ins Rollen gebracht. SC-Kapitän Schuster stimmte seinem Mannschaftskollegen zu. „Nils hat mit seinem Interview etwas angestoßen und ich verstehe, was er meint. Unser großes Problem ist es, dass wir nicht flexibel sind. Wir können beispielsweise kein Studium mit Anwesenheitspflicht machen“, sagte er im Interview mit t-online.de. Der 32-Jährige forderte Möglichkeiten zur Weiterbildung.

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„Im Fußballgeschäft ist so viel Geld im Umlauf und die Liga sollte davon etwas zur Verfügung stellen und in Kurse, Seminare oder Studiengänge investieren, die auf den Alltag eines Profi-Fußballers abgestimmt sind“, sagte er. Den immer größeren Hype, der um junge Spieler gemacht wird, sieht Schuster kritisch. „Es ist nicht einfach, wenn man in so jungen Jahren schon so viel erreicht hat. Mit Anfang 20 muss man auch erst mal damit umgehen können, wenn dir so viele Menschen zujubeln“, meinte er. „Wenn dir Leute von allen Seiten auf die Schulter klopfen, ist es nicht immer einfach, klar zu bleiben.“

„Kann mit der Spielersprache erklären, was der Trainer gemeint hat“

In Freiburg nimmt er seine Rolle als Führungsspieler ernst und versucht, Talenten auch abseits des grünen Rasens Orientierung zu bieten. „Wenn ich nicht spiele, hilft es mir sehr, wenn ich andere Spieler unterstütze. Das gibt mir ein sehr positives Gefühl und ich glaube, dass ich einen sehr großen Einfluss auf die Jungs habe“, erklärte er und berichtete: „Wenn der Trainer gewisse Dinge von den jungen Spielern verlangt, die nicht sofort verständlich sind, kann ich mit der Spielersprache oft erklären, wie der Trainer das genau gemeint hat. Dann bekommen sie schnell eine andere Sichtweise.“

Der Spielführer der Breisgauer fungiert dabei als Vermittler zwischen Profis und Trainer Christian Streich – eine Rolle, die er für hilfreich hält. „Christian Streich spricht immer wahnsinnig viel mit den Spielern, hat aber auch nicht immer Zeit für Einzelgespräche. Manchmal wird die Message des Trainers vom Spieler ganz anders wahrgenommen. Da läuft bei den Jungs natürlich gedanklich viel ab, da kann man schon mal abdriften. Da kann ich oft nachsteuern“, erläuterte er.