Schwarz über Maxim, Intensität und „Härtefall“ Ujah

Foto: Simon Hofmann/Bongarts/Getty Images

Der 1. FSV Mainz 05 startet am Sonntagnachmittag (15.30 Uhr) mit dem Heimspiel gegen den VfB Stuttgart in die neue Bundesliga-Saison. Hinter Spielmacher Alexandru Maxim (leichte Sehnenreizung) steht nach wie vor ein Fragezeichen.

Eine schwere Verletzung konnte bereits am Mittwoch ausgeschlossen werden. Ein Einsatz gegen Stuttgart ist allerdings noch offen, die Entscheidung fällt erst nach dem Abschlusstraining am Samstag. „Er hat es in der Vorbereitung richtig gut gemacht und die richtige Reaktion auf die letzte Saison gezeigt. Sein Ausfall wäre ein enormer Verlust für uns“, sagte Trainer Sandro Schwarz am Freitag. Gute Entwicklungsschritte attestierte der Coach Neuzugang Pierre Kunde sowie „Härtefall“ Anthony Ujah. Letzterer habe im Vergleich zum Winter „enorme Fortschritte gemacht und herausragend trainiert“, meinte Schwarz.

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Bei der Kaderzusammenstellung in diesem Sommer stand im Vordergrund, dass auch auf mögliche Ausfälle ohne großen Qualitätsverlust reagiert werden kann. „Es ist wichtig, dass wir konzentriert in die Saison starten. Der VfB ist sehr strukturiert und torgefährlich. Wenn wir den Ball haben, wird es ein Geduldsspiel. Dann müssen wir aufpassen, dass wir nicht einschlafen und an Tempo verlieren“, betonte Schwarz, der mit einem „guten Gefühl“ aus seiner ersten Saison in der Bundesliga gegangen war. „Die Anspannung ist da, aber auch die Vorfreude ist ungebrochen“, sagte er. „Die Jungs signalisieren mir jeden Tag, dass sie Freude daran haben, das umzusetzen, was wir als Grundprinzipien unseres Spiel aufgezeichnet haben. Wir wollen uns über Intensität definieren, sodass die Fans auf dem Heimweg immer das Gefühl haben, dass sich die Jungs auf dem Platz für sie zerrissen haben.“

„Moussa ist eine starke Persönlichkeit“

Angesprochen auf den frühen Platzverweis von Neuzugang Moussa Niakhaté im DFB-Pokal gegen Erzgebirge Aue (3:1), meinte Schwarz: „Es war eine Kettenreaktion auf dem Platz, die Sechser standen in der Situation auch nicht gut. Moussa ist eine starke Persönlichkeit, hat im Training direkt Akzente gesetzt und kein Extragespräch benötigt.“ Nachwuchshoffnung Leandro Barreiro, der in der Vorbereitung für Ausrufezeichen sorgte, sei „auf jeden Fall eine Option für den Kader, aber es ist auch eine neue Belastung für ihn“. Schwarz traut dem luxemburgischen Nationalspieler „den Sprung zu den Profis ohne Wenn und Aber zu“. Jonathan Burkardt (Oberschenkelzerrung) wird den Bundesliga-Auftakt angeschlagen verpassen.

Sportvorstand Rouven Schröder verdeutlichte derweil, dass der Slogan „Unser Traum lebt“ keine Marketingmaßnahme sei, sondern „der Wirklichkeit entspricht – den Traum leben wir wirklich“. Der Klassenerhalt sei das „erste Etappenziel“. Ein Klub wie Mainz 05 müsse „Tag für Tag für seine Ziele arbeiten und die Dinge nach und nach angehen“, betonte Schröder. Das gelte auch für die offene Planstelle in der Offensive: „Wir lassen uns nicht unter Druck setzen. Es muss für alle Seiten passen. Wir sind mittlerweile in einer Etage von Spielern angekommen, wo wir nicht mehr alleine dastehen als Interessent. Aber wir sind sehr guter Dinge, dass wir unsere Bemühungen erfolgreich abschließen können. Auch auf der Abgangsseite wird noch etwas passieren.“

„Wenn du in Dortmund auf dem Zaun sitzt, hast du alles richtig gemacht“

Lobende Worte fand der Sportchef zudem für Jean-Philippe Gbamin, der seinen Vertrag vorzeitig bis zum 30. Juni 2023 verlängerte: „Jean-Philippe ist ein Beispiel dafür, wie ein Spieler mit Avancen aus einer möglichen Wunschliga umgehen kann. Er war nie beleidigt oder hat persönliche Interessen über das Team gestellt. Seine Vertragsverlängerung ist für uns ein Top-Zeichen. Es hat die Stärke von Mainz 05 gezeigt, auch wenn uns allen klar ist: Er wird seine Karriere definitiv nicht bei Mainz 05 beenden.“ Cheftrainer Schwarz sei in der vergangenen Saison „auch nach Rückschlägen völlig klar geblieben“. Als Coach dürfe man „keine Schwäche zeigen“. Schwarz habe eine gewisse Gelassenheit entwickelt, „die Dinge nicht mehr so extrem zu sehen“, ergänzte Schröder. „Wenn du in Dortmund auf dem Zaun sitzt, hast du alles richtig gemacht.“