Schwarz: „Viele Dinge auf einem sehr guten Niveau“

Foto: Juergen Schwarz/Bongarts/Getty Images

Der 1. FSV Mainz 05 steht zwar auf einem soliden achten Tabellenplatz, ist aber seit nunmehr vier Spielen ohne Torerfolg. Trainer Sandro Schwarz zog passend zur Länderspielpause ein kleines Fazit, konzentrierte sich auf die positiven Erkenntnisse des Saisonstarts und stellte einen prominenten Vergleich auf.

„Real Madrid hat seit 409 Minuten nicht mehr das Tor getroffen, dann haben wir ja nach der Länderspielpause in Mönchengladbach noch eine Halbzeit, um besser zu sein“, scherzte der Übungsleiter am Dienstag laut Vereinshomepage. Schwarz kehrte aber schnell zur Problematik zurück. Das 0:0 gegen Hertha BSC am vergangenen Samstag war bereits die vierte torlose Partie in Folge. „Wir hätten gegen Berlin auch aus den Umschaltsituationen mehr machen können mit einer höheren Präzision im letzten Drittel“, haderte der 39-Jährige.

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Generell sieht Schwarz die Entwicklung seiner Mannschaft an den ersten sieben Spieltagen aber positiv. „Viele Dinge, die wir sehen wollen, machen wir auf einem sehr guten Niveau. Es bleibt dabei, dass wir uns möglichst viele große Chancen erarbeiten müssen. Das haben wir auf gutem Niveau gemacht. Dazu verteidigen wir herausragend. Das ist top“, sagte der FSV-Coach und lobte die einzelnen Mannschaftsteile: „Viele Dinge sind am Laufen und trotz allem haben wir das Gefühl, dass wir mit dem, was wir auf den Platz bringen, zu wenige Punkte haben.“ Neun Zähler aus sieben Partien reichen derzeit immerhin für das obere Mittelfeld der Bundesliga-Tabelle.

FSV-Coach will „an der Entwicklungsschraube drehen“

„Die größte Erkenntnis dabei ist, dass wir trotz allen Offensivdenkens die defensive Stabilität nicht verlieren“, sagte Schwarz. Das 4-4-2-System mit einer Raute im Mittelfeld scheint dabei die präferierte Formation zu sein. „Du brauchst für die Raute Ballsicherheit im Zentrum, die Achter müssen laufstark sein, weil sie nach außen hin viele Wege machen müssen zum Verteidigen, wenn die Außenverteidiger höher stehen. Du brauchst einen zentralen Sechser, der die Position alleine spielen kann und das strategische Denken dafür hat“, erläuterte Schwarz. Auf der Sechs agiert aktuell Neuzugang Pierre Kunde, die beiden Halbpositionen nehmen Ridle Baku und Jean-Philippe Gbamin ein. Diese Besetzung geht bislang auf.

Am Ende bleibt dennoch die Thematik der mangelnden Torgefahr. Bei der Behebung dieses Problems soll Jean-Paul Boëtius eine entscheidende Rolle spielen. Schwarz stellte den Niederländer zuletzt als Spielmacher auf und plant diese Variante auch weiterhin. „Ballsicherheit in torgefährlichen Räumen, sich zwischen den Linien viel zu bewegen, mit dem ersten Kontakt weg zu sein. Dynamik für den Tiefensprint, damit wir von der Zehn aus auf geradem Weg in den Strafraum laufen können. Das bringt Jean-Paul alles mit“, schwärmte Schwarz. Nur nachlassen dürfe sein Team nach dem Saisonstart nicht: „Das müssen wir immer weiter forcieren, weiter an der Entwicklungsschraube drehen, stetig besser werden.“