Skjelbred über Reservistenrolle: „Fühlt sich komisch an“

Foto: Ottmar Winter/Bongarts/Getty Images

In der Vergangenheit war Per Skjelbred – insofern er frei von Verletzungen war – bei Hertha BSC meist gesetzt. Zum Auftakt der neuen Bundesliga-Saison war der Norweger bei der „Alten Dame“ allerdings außen vor. Skjelbred sprach über diese neue Situation und die bislang starken Auftritte der Hertha.

Sowohl am ersten Spieltag gegen den 1. FC Nürnberg (1:0) als auch eine Woche darauf beim FC Schalke 04 (2:0) setzte der Berliner Trainer Pál Dárdai nicht auf den Mittelfeldspieler. „Ich war beide Male nicht im 18er-Kader. Das ist eine neue Situation für mich, es fühlt sich komisch an“, sagte Skjelbred dem Kicker. „Ich war vorher immer dabei, aber spürte schon in der Vorbereitung, dass es schwierig werden könnte. Der Trainer hat mir vorm Nürnberg-Spiel erklärt, dass er im Moment eine andere Idee im Mittelfeld hat. Ich bin ein Teamspieler. Niemand muss Angst haben, dass ich Unruhe mache. Aber natürlich will ich spielen.“

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Der Nationalspieler ist sich sicher, dass die Mannschaft seine Qualitäten noch benötigen wird: „Die Frage ist: Wann? Die Saison ist lang, ich muss immer bereit sein. Und das werde ich.“ Ein Vereinswechsel im Sommer war trotz einiger Anfragen kein Thema für Skjelbred, dessen Kontrakt 2019 ausläuft. „Mein Ziel ist es, hier einen neuen Vertrag zu bekommen. Ich denke, diese Chance habe ich nach dann sechs Jahren verdient. Und ich will noch ein paar Argumente liefern“, meinte der 31-Jährige. Auch mit dem Thema Karriereende beschäftigt sich Skjelbred noch nicht: „Ich habe auf diesem Niveau noch ein paar Jahre in mir.“

Norweger lobt den guten Mix im Berliner Team

Den Abschluss seiner aktiven Laufbahn möchte Skjelbred bei Rosenborg Trondheim verbringen – dort wo seine Profikarriere einst angefangen hatte. Trotz seiner derzeitigen Nicht-Berücksichtigung beobachtete er den starken Berliner Saisonstart mit Wohlwollen. „Wir haben mit Schalke einen Großen geschlagen und es dort sehr gut gemacht. Wir hatten in beiden Spielen mehrere überragende Aktionen von Rune Jarstein, stehen stabil und haben eine tolle Gruppe: viele gute Fußballer, viele junge Spieler. Der Mix ist gut“, sagte Skjelbred. Besonders die Hertha-Talente lobte der Rechtsfuß: „Die Jungs machen das super.“

Die Euphorie ob der vielen jungen Spieler, die in den Profikader drängen, ist in der Hauptstadt derzeit groß. Skjelbred mahnte aber auch zur Nachhaltigkeit. „Wir haben Jordan Torunarigha, Arne Maier, Maxi Mittelstädt, Dennis Jastrzembski, Palko Dárdai, auch aus der U19 und der U17 kommen ein paar gute Talente nach – aber sie müssen dranbleiben, in jedem Training“, forderte der Mittelfeldspieler. Neben dem guten Mix im Kader gefällt Skjelbred auch die taktische Varianz, die die Hertha an den Tag legt: „Dass wir jetzt auch das 3-4-3 draufhaben, tut uns gut. Fußball ist heute wie Schach. Der Gegner macht eine Eröffnung, auf die du reagieren musst. Da hilft es, wenn du mehrere Varianten beherrschst.“