Spekulationen um VfB-Posten für Klinsmann

Foto: Sean M. Haffey/Getty Images

Jürgen Klinsmann schweigt. Wer ihn kennt, der weiß, dass er die prekäre Lage beim VfB Stuttgart nicht unnötig anheizen will. Und um einen Posten betteln – das entspricht erst recht nicht seinem Charakter.

Klinsmann wäre zwar wohl nicht abgeneigt, „seinem“ VfB in großer Not zu helfen. Aber er will gefragt werden. Und das ist offensichtlich noch nicht passiert. „Es gibt keine Faktenlage“, heißt es aus dem Umfeld des ehemaligen Bundestrainers über die zunehmenden Spekulationen um seine mögliche Rückkehr nach Cannstatt. Die Stuttgarter Nachrichten und die Stuttgarter Zeitung schreiben bezugnehmend auf einen Bericht der Welt am Sonntag, Klinsmann wolle „zurück ins Spiel und kann sich einen Managerjob beim VfB vorstellen“.

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Dieser Wunsch dürfte auch bei Wolfgang Dietrich angekommen sein, der VfB-Präsident telefoniert regelmäßig mit Klinsmann. Dass dabei auch einmal über ein mögliches Engagement im Verein gesprochen wurde, darf als sicher gelten. Nur: Ein konkretes Job-Angebot für Klinsmann, der von 1984 bis 1989 am Wasen stürmte, habe es noch nicht gegeben, heißt es aus dem Klub. Klinsmann ist seit seinem Rauswurf als amerikanischer Nationaltrainer im November 2016 ohne Posten im Fußball. Und: Eine Rückkehr des 54-Jährigen aus den USA nach Europa ist kein Tabu mehr. Sohn Jonathan ist seit 2017 Torhüter bei Hertha BSC. Tochter Laila wird im kommenden Jahr das Elternhaus verlassen, um zu studieren – voraussichtlich in Europa.

„Man soll nie nie sagen“

„Ich bin nicht auf Jobsuche“, betonte Klinsmann zwar Ende Oktober, „mittelfristig“ werde er aber wieder einsteigen: „Da sind Europa oder Deutschland sicher eine Option, ob als Trainer oder in der strategischen Rolle des Sportchefs.“ Letzteres aber nur, wenn er „das absolute Sagen“ habe, wie er zwei Wochen zuvor in der Sport Bild betont hatte. Dem stünde beim VfB Michael Reschke entgegen. Der Sportvorstand des Tabellenletzten steht in der Kritik. Zuletzt wurde er von Aufsichtsrat Guido Buchwald angegriffen. Einen Rücktritt schloss Reschke jedoch aus. Sollte Klinsmann irgendwann aber tatsächlich wieder beim VfB landen, müsste Reschke ins zweite Glied rücken.

Klinsmanns Bande zum VfB sind nach wie vor eng, nicht nur wegen der Telefonate mit Dietrich – oder Buchwald. Der Klub bedeute „Heimat und auch ein Stück Dankbarkeit“ für ihn, sagte er Anfang September der Bild-Zeitung. „In Stuttgart und im Verein fühle ich mich immer aufgehoben, auch wenn ich nur selten da bin.“ Am 5. August zog Klinsmann beim „Legendenspiel“ in Stuttgart noch einmal das Trikot mit dem Brustring über, Mitte Oktober war er zuletzt in seinem Heimatort Geislingen, um dort ein soziales Projekt anzuschieben. Er sei Fan des VfB und verfolge alle Spiele, sagte er, „aber ein Amt im Verein? Das ist von mir nicht geplant. Ich weiß aber auch: Man soll nie nie sagen.“