Spiel gegen die Zeit: Bremer Trio im Schaufenster

Foto: Stuart Franklin/Bongarts/Getty Images

Das deutsche Transferfenster schließt am kommenden Freitag, den 31. August, und der SV Werder Bremen hat noch drei Spieler im Kader, die Kandidaten für einen Verkauf wären. Luca Caldirola, Thanos Petsos und Aron Jóhannsson haben an der Weser sportlich keine Zukunft mehr.

Die letzte Woche der sommerlichen Transferphase ist angebrochen und die Bundesligisten haben die Gelegenheit, an abschließenden Stellschrauben in der Kaderplanung zu drehen. Einige Vereine wollen sich noch verstärken, andere wollen Profis ohne Perspektive von der Gehaltsliste streichen. In Bremen halten die Verantwortlichen die Augen nach einem defensiven Mittelfeldspieler offen, der als Back-up für Philipp Bargfrede herhalten könnte. Dabei haben die Grün-Weißen mit Petsos bereits einen weiteren Sechser im aktuellen Kader. Geschäftsführer Frank Baumann verkündete allerdings bereits Anfang Juni, dass der Grieche in den Planungen der Norddeutschen keine Rolle spielt. Die angekündigte Lösung wurde bislang aber nicht gefunden.

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Werder verpflichtete Petsos im Sommer 2016, seither hat der 27-Jährige lediglich drei Bundesliga-Partien absolviert. Zunächst war der gebürtige Düsseldorfer an den FC Fulham ausgeliehen, wo er nur ein einziges Spiel bestritt. In der vergangenen Saison spielte Petsos für Rapid Wien, wo sein Leihvertrag nicht verlängert wurde. Nun soll er endgültig abgegeben werden. Ob das noch im Sommer klappt und wohin es ihn verschlägt, wird in den nächsten Tagen entschieden. Im Gegensatz zu Petsos war Caldirola einst fester Bestandteil der ersten Mannschaft: In der Saison 2013/14 absolvierte der Italiener 33 von 34 Ligaspielen. Seitdem lief der Innenverteidiger in drei Spielzeiten nur in 13 weiteren Partien für Werder auf.

Caldirola, Petsos und Jóhannsson ohne Perspektiven

In der abgelaufenen Saison stand Caldirola sogar nur einmal auf dem Platz. Zwischenzeitlich war der 27-Jährige an den SV Darmstadt 98 verliehen, wo er absoluter Stammspieler war. Die Causa Caldirola beschäftigt die Bremer Verantwortlichen schon eine längere Zeit: Im Winter wurde der unzufriedene Ex-Inter-Profi noch gehalten, da mit Lamine Sané bereits ein zentraler Abwehrspieler den Verein verlassen hatte. Im Sommer sollte dann der Wechsel nach Italien erfolgen. Das Transferfenster ist für Serie A-Klubs allerdings bereits seit dem 17. August geschlossen. Es bleibt also abzuwarten, ob Caldirola den Verein tatsächlich noch im Sommer verlässt.

Mit Jóhannsson haben die Bremer noch einen dritten Verkaufskandidaten. Der US-Amerikaner hatte Werder 2015 über vier Millionen Euro Ablöse gekostet. Seine fußballerische Ausbeute ist dagegen gering: In 29 Pflichtspielen erzielte der Stürmer fünf Treffer und bereitete vier weitere vor. Der 27-Jährige wurde während seiner Zeit an der Weser immer wieder von Verletzungen zurückgeworfen, zwischenzeitlich war er sogar aus dem Profikader aussortiert worden. Unter Trainer Florian Kohfeldt erlebte Jóhannsson in der vergangenen Spielzeit eine kleine Renaissance, angesichts der großen Konkurrenz sind seine Chancen auf Einsatzzeit nun aber beschränkt.

32-Mann-Kader: Werder will Gehälter sparen

Einem Wechsel im Weg steht bisher die Belastungsreaktion im Sprunggelenk, die Jóhannsson schon für das zweite Trainingslager und die Einheiten der letzten Wochen außer Gefecht gesetzt hatte. Die Grün-Weißen würden ein Jahr vor Vertragsende gerne noch eine Ablöse für den Offensivspieler erhalten. Drei Profis, dreimal geringe Chancen auf Einsätze, in allen Fällen drängt die Zeit: Der SV Werder Bremen hat derzeit 32 Spieler im Kader der ersten Mannschaft und würde gerne einige Gehälter einsparen. Dabei sind die Favoriten auf einen späten Verkauf naturgemäß diejenigen Akteure, die in den letzten Monaten und Jahren nicht vollends zu überzeugen wussten. Auf Baumann warten anspruchsvolle Tage.