Spieler-Portrait: David Philipp, 18 Jahre

Foto: Alex Grimm/Bongarts/Getty Images

Die Zehner-Position hat beim SV Werder Bremen eine spezielle Tradition. Schillernde Figuren wie Johan Micoud, Diego, Mesut Özil und Aaron Hunt prägten einst das Offensivspiel der Grün-Weißen. Der 18-jährige David Philipp will sich langsam in diese großen Fußstapfen vortasten.

Seit nunmehr vier Jahren schnürt Philipp seine Fußballschuhe für Werder, dabei stammt er ursprünglich aus „feindlichem Gebiet“. Das junge Talent wurde am 10. April 2000 in Hamburg geboren und startete seine Karriere im Alter von sechs Jahren, als er laut goDada zu einem Probetraining beim Hamburger Eimsbütteler Ballspiel Club (HEBC) eingeladen wurde und dieses bestand. Ein Glücksfall, denn beim HEBC verliebte er sich endgültig in den Fußball und entwickelte Fähigkeiten, die ihm auf dem Hamburger DFB-Stützpunkt einen zweiten Blick der Beobachter einbrachten.

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Als 13-Jähriger gehörte Philipp schon zu den vielversprechendsten Talenten der Region: Neben Werder Bremen wollten auch der Hamburger SV und der FC St. Pauli den Frühstarter in ihrer Jugendabteilung haben. Ausgerechnet Florian Kohfeldt, der heutige Erfolgstrainer der Werder-Profis, überzeugte ihn 2014 von einem Wechsel an die Weser, wo er im Wilhelm-Scharnow-Internat sowohl fußballerisch als auch menschlich ein neues Kapitel aufschlug.

Endrunden-Held auf der Überholspur

Etwas mehr als vier Jahre sind vergangen, seitdem Philipp diesen „ganz neuen Schritt ins Unbekannte“ gewagt hat. Während dieser Zeit hat der Teenager viel gelernt und ist zu einer echten Zukunftshoffnung des Vereins herangewachsen. Wenige Wochen nach seinem 17. Geburtstag sorgte Philipp erstmals für Schlagzeilen, als er die Bremer U17-Junioren mit drei Toren und einem Assist in den beiden Halbfinalpartien gegen Borussia Dortmund (1:1, 3:0) praktisch im Alleingang ins Finale um die deutsche U17-Meisterschaft 2016/17 schoss. Die Krönung blieb ihm und seinen Kollegen allerdings verwehrt: Das Endspiel ging mit 0:2 beim FC Bayern München verloren.

Dennoch erlangte Philipp durch diese starken Endrunden-Auftritte Bekanntheit bei europäischen Scouts. Laut Sky weckte der Bremer Erfolgsgarant sogar das Interesse des FC Liverpool und der Tottenham Hotspur. Er hielt jedoch Werder die Treue und wurde für die darauffolgende Spielzeit zur U19 hochgezogen. Wie schon in der U17 entwickelte er sich dort schnell zum Fixpunkt des Bremer Angriffsspiels: Dank seiner 20 Scorerpunkte blieben die Bremer bis zum letzten Spieltag im Titelrennen, dort reichte ein 2:2 gegen den Hamburger SV aber nicht, um den späteren Meister Hertha BSC noch abzufangen. Während der Saison 2017/18 kam er außerdem zu sechs Einsätzen für die deutsche U18-Nationalmannschaft, wobei ihm bei seinem ersten Spiel gegen Italien (3:1) gleich ein Doppelpack glückte.

Werders nächster Spielmacher?

Im April 2018 unterzeichnete Philipp einen langfristigen Vertrag beim SV Werder, wohlgemerkt mit dem erklärten Ziel „in Richtung Bundesliga“ zu gehen. Ebendort soll es jetzt schnellstmöglich hingehen – dafür gibt das junge Talent auch in dieser Saison alles: Schon acht Pflichtspieltreffer hat Philipp seit dem Sommer für die U19 erzielt, dazu kommen noch zwei Torvorlagen. Für den kommenden Sommer ist der Sprung zu den Profis anvisiert, doch angesichts seiner beeindruckenden Leistungen scheint es nicht ausgeschlossen, dass Philipp bereits in dieser Saison ein paar Bundesliga-Minuten sieht, zumal mit Kohfeldt einer seiner Förderer auf der Trainerbank sitzt.

Langfristig gesehen dürfte der Offensivmann hoffen, bei Werder eine Rolle einnehmen, die eine besondere Tradition genießt. Die Grün-Weißen sind seit jeher für ihre spielstarken Zehner bekannt und Philipp fühlt sich auf ebenjener Position am wohlsten. Zum Repertoire des beidfüßigen U19-Nationalspielers gehören nicht nur Kreativität und Torgefahr, sondern auch eine außergewöhnlich gute Freistoß- und Dribbeltechnik. Mit anderen Worten: Der 1,80 Meter große Hamburger bringt alle Voraussetzungen mit, um auch die letzte und schwerste Hürde im Jugendfußball zu nehmen – den Sprung in den Profi-Bereich.