Spieler-Portrait: Immanuel Pherai, 17 Jahre

Immanuel Pherai war am vergangenen Sonntag der überragende Mann, als Borussia Dortmund den FC Bayern München im Finale um die deutsche U17-Meisterschaft schlug. Der junge Mittelfeldspieler will in der kommenden Spielzeit in der U19 durchstarten, um sich für einen Platz im Profikader zu empfehlen.

Pherai wurde am 25. April 2001 in Amsterdam geboren. Der Niederländer mit surinamischen Wurzeln spielte im Jugendbereich zunächst für den Fünftligisten Amsterdamsche FC, ehe er im Alter von zwölf Jahren ins Nachwuchsprogramm von AZ Alkmaar aufgenommen wurde. Dort entwickelte er sich über vier Jahre zu einem heiß begehrten Mittelfeldtalent und bekam schon mit 16 Jahren erste Einsatzminuten in der U19 und der zweiten Mannschaft.

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Trotz dieser speziellen Förderung hielt es Pherai nur vier Jahre bei AZ. Während seiner Zeit in Alkmaar wurde der Youngster vom berühmten Spielerberater Mino Raiola unter die Fittiche genommen. Der Italiener fädelte schon bald einen Wechsel seines jungen Klienten ein: Borussia Dortmund hieß das Ziel, das Pherai im Sommer 2017 ansteuerte. Die Verhandlungen zwischen Raiola und dem BVB sorgten damals für einiges Aufsehen, wurde doch spekuliert, der Berater könnte im Auftrag eines anderen Klienten, namentlich Mario Balotelli, nach Westfalen gereist sein. Recht schnell sickerte jedoch durch, dass bei der Borussia ein niederländischer U16-Nationalspieler im Anflug war.

Galaauftritt im Finale krönt starke Debütsaison

In seinem ersten Jahr in Dortmund konnte Pherai die in ihn gesetzten Erwartungen nicht nur erfüllen, sondern deutlich übertreffen. Von der ersten Minute an zeigte er seine ganze Klasse und bereicherte das Spiel der schwarz-gelben U17 mit seinem Spielwitz sowie seiner Torgefahr. Die starke Bilanz seiner ersten Spielzeit: Neun Tore und 19 Vorlagen in 23 Ligaspielen. Zu absoluter Höchstform lief Pherai im wichtigsten Spiel des Jahres auf. Als es letzte Woche gegen Bayern München um den U17-Meistertitel ging, bescherte er dem BVB mit zwei Treffern (darunter ein sehenswertes Hackentor) und einem Assist fast im Alleingang den Sieg (3:2). Dies war der Höhepunkt eines äußerst erfolgreichen ersten Jahres in Deutschland, denn auch auf persönlicher Ebene hat sich der Teenager in Dortmund gut eingelebt. „Zu Beginn war es schon etwas ungewohnt, da meine Familie ja weiterhin in Amsterdam lebt und ich sie deshalb nur selten besuchen kann“, berichtete er kürzlich im Interview mit dfb.de. „Im Jugendhaus fühle ich mich aber sehr wohl. Die Menschen dort sind für mich auch zu einer Familie geworden.“

Pherai befindet sich ohne Zweifel auf dem richtigen Weg, um früher oder später den Sprung in den Dortmunder Profikader zu schaffen. Zu Beginn der kommenden Saison soll er mit dem Aufstieg zur U19 den nächsten Schritt auf diesem Weg gehen. Setzt er sich dort ähnlich stark in Szene wie bisher, könnte er schon bald eine Chance bekommen, sein Können bei Lucien Favre unter Beweis zu stellen. Der Schweizer Coach ist schließlich dafür bekannt, talentierte Spieler zu fördern und ihnen eine Chance zu geben, sich auf höchstem Niveau zu beweisen.

Multitalent mit starkem Offensivdrang

Zumal Pherai ein Spieler nach Favres Geschmack sein dürfte: Er ist ein Feingeist, der sowohl den tödlichen Pass in die Spitze spielen als auch im Alleingang für Gefahr sorgen kann. Der Rechtsfuß ist damit natürlich für die „Zehnerposition“ prädestiniert, auf der auch sein Vorbild Ronaldinho spielte, doch auch als etwas defensiverer „Achter“ gibt er keine schlechte Figur ab. Wie viele junge Spieler agiert Pherai mitunter noch etwas stürmisch und muss noch an Durchsetzungskraft zulegen. Diese Makel werden allerdings von seinen großartigen Anlagen in den Hintergrund gestellt.