Spieler-Portrait: Jean-Philippe Mateta, 21 Jahre

Foto: 1. FSV Mainz 05

Der neue Mainzer Rekordtransfer ist hauptberuflich Torjäger und kommt aus Frankreich. Der 21-jährige Jean-Philippe Mateta gilt als treffsicherer, robuster Angreifer, der nach einem vergeblichen Anlauf bei Olympique Lyon nun bei Mainz 05 den Sprung zum Erstliga-Profi schaffen will.

Mateta kam am 28. Juni 1997 in Clamart südwestlich von Paris zu Welt. Der kongolesisch-stämmige Profi wuchs nahe der französischen Hauptstadt auf und spielte dort während seiner Jugendzeit für drei verschiedene Lokalvereine. Eine Ausbildung in einem modernen Nachwuchsleistungszentrum blieb ihm verwehrt, stattdessen verließ er im Alter von 17 Jahren den Großraum Paris, um beim Drittligisten LB Châteauroux den Durchbruch als Fußballprofi zu schaffen. Schon nach etwas mehr als einem Jahr glückte Mateta dort der Sprung in die erste Mannschaft, wo er schon in seiner ersten Saison wesentlich zum Erfolg seines Teams beitragen konnte. Einem Doppelpack bei seinem Startelfdebüt gegen die AS Béziers (2:1) ließ er im Saisonverlauf weitere neun Tore folgen – eine beeindruckende erste Spielzeit, die ihn in Frankreich natürlich auf die Listen zahlreicher Erstliga-Klubs brachte.

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Im Sommer 2017 versuchten laut RMC Sport sowohl der HSC Montpellier als auch Stade Rennes, den damaligen U19-Nationalspieler unter Vertrag zu nehmen. Dieser wagte jedoch direkt den Sprung zu einem Top-Klub – im September wechselte er unter kontroversen Umständen zu Olympique Lyon. Châteauroux wollte Mateta zunächst nicht an die Rhône ziehen lassen, woraufhin das Sturmtalent zwischenzeitlich nicht mehr zum Training erschien und so schlussendlich den Transfer erzwang.

Physis und Instinkt – das Gesamtpaket stimmt

Der Schritt nach Lyon stellte sich für Mateta als zu groß heraus. Unter Trainer Bruno Génésio gelang es ihm nicht, sich bei „Les Gones“ zu etablieren, sodass es für ihn nach einem Jahr mit nur zwei Liga-Einsätzen auf Leihbasis zum Zweitligisten AC Le Havre ging. In der Normandie fand Mateta in den vergangenen Monaten zu alter Stärke zurück: In 35 Spielen erzielte er 19 Treffer, darunter ein Doppelpack in der Aufstiegsrelegation gegen den AC Ajaccio (5:7 n.E.). Trotz dieser starken Bilanz während seiner Leihe gibt es für ihn in diesem Sommer keine zweite Chance in Lyon, sondern einen Neuanfang beim 1. FSV Mainz 05. In Rheinhessen ist man froh, den Franzosen trotz zahlreicher Anfragen aus England von einem Wechsel in die Bundesliga überzeugt zu haben. „Er hat in einer sehr starken zweiten französischen Liga bewiesen, dass er auf höherem Niveau regelmäßig treffen kann. Seine Physis und sein Spiel haben uns überzeugt“, erklärte FSV-Sportvorstand Rouven Schröder.

Mateta hat bislang überall getroffen, wo er regelmäßige Einsatzminuten bekommen hat – seine Qualitäten als Torjäger sind also unbestritten. Allerdings blieb dem 1,92 Meter großen Schlaks bislang die Gelegenheit verwehrt, seine Qualitäten auf Erstliga-Niveau unter Beweis zu stellen. Die Verpflichtung birgt deshalb ein gewisses Risiko für Mainz 05, gerade in Anbetracht der hohen Ablösesumme von acht Millionen Euro. Im besten Fall bestätigen sich die Eindrücke aus der Ligue 2 und der FSV darf sich über einen großen, robusten Stürmer mit exzellentem Torinstinkt und der Fähigkeit, mehrere Verteidiger zu binden, freuen. Doch eine Garantie, dass es Mateta im zweiten Anlauf gelingt, das nächste Level (Erstliga-Fußball) zu erreichen, kann natürlich nicht ausgestellt werden. Für den 21-Jährigen ist die anstehende Saison eine Bewährungsprobe, die über den weiteren Verlauf seiner Karriere entscheiden könnte. Er muss jetzt zeigen, dass er tatsächlich ein Top-Talent und nicht nur ein Zweitliga-Stürmer ist.