Spieler-Portrait: Josha Vagnoman, 17 Jahre

Während die Hamburger Profis seit Monaten auf ein echtes Erfolgserlebnis warten, eilt die U19 der „Rothosen“ von Sieg zu Sieg. Nach Tatsuya Itō und Jann-Fiete Arp könnte nun ein drittes Eigengewächs aus der Jugend das Profi-Geschäft aufmischen: U17-Nationalspieler Josha Vagnoman.

Vagnoman wurde am 11. Dezember 2000 geboren und ist ein echter „Hamburger Jung“. Bis 2010 spielte er für den Hummelsbütteler SV, einen kleinen Verein im Norden der Hansestadt, dann wechselte er in die Nachwuchsabteilung des HSV. Dort durchlief er über die nächsten Jahre sämtliche Jugendteams. In der Saison 2014/15 bestritt er zehn Spiele für die U15; im darauffolgenden Jahr war er Stammspieler in der U16, kam auf 26 Einsätze und erzielte sechs Tore.

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Auf nationaler Ebene durfte sich Vagnoman erstmals 2016 mit der Hamburger U17 messen. Er beeindruckte auf Anhieb mit Konstanz, Abgeklärtheit und Torgefahr, stand in jedem U17-Bundesliga-Spiel in der Startformation und erzielte neun Saisontore, obwohl er vorwiegend als Innenverteidiger zum Einsatz kam. Als Bestätigung für seine starken Leistungen erhielt er im Oktober 2016 eine Einladung zu einem Lehrgang der deutschen U17-Nationalmannschaft.

U17-WM: Das erstes Karriere-Highlight

Bereits ein Jahr früher als seine Altersgenossen wurde Vagnoman im Sommer 2017 zur Hamburger U19 hochgezogen. Zunächst musste er dort um einen Platz in der Mannschaft kämpfen, im Laufe der Hinrunde wurde er aber Stammspieler auf der linken Abwehrseite. Unterbrochen wurde seine Saison überraschend durch die U17-WM in Indien. Als sich Leipzigs Kilian Ludewig kurz vor Turnierbeginn eine Knieverletzung zuzog, wurde Vagnoman kurzfristig nachnominiert. Er kam im letzten Gruppenspiel sowie im Achtel- und Viertelfinale zum Einsatz.

Vier Monate später bahnt sich jetzt der nächste große Schritt in Vagnomans junger Karriere an: der Sprung in den Profibereich. Seit Montag darf er am Training der ersten Mannschaft teilnehmen. Neu-Trainer Bernd Hollerbach sieht offenbar großes Potenzial in dem Nachwuchskicker. „Mir ist sein Tempo aufgefallen. Dazu hat er für sein Alter schon einen guten Körper“, beschrieb der 48-Jährige. Schon Hollerbachs Vorgänger Markus Gisdol äußerte sich lobend zu Vagnoman. „Er ist ein interessanter Spieler mit Perspektive. Für sein Alter ist er körperlich sehr weit“, sagte der Ex-Coach im November.

Ein Allrounder für einen möglichen Neuaufbau

Ein weiteres Plus von Vagnoman ist seine Vielseitigkeit. Der 17-Jährige kann mit Fug und Recht als Defensiv-Allrounder bezeichnet werden und besitzt zudem auch Offensiv-Qualitäten. In dieser Saison verteidigte er schon auf beiden Außenbahnen, während seiner Zeit in der U17 kam er zudem oft im Abwehrzentrum zum Einsatz. Auf der Außenbahn kann er seine Schnelligkeit und Laufstärke besser nutzen als im Zentrum; als Innenverteidiger kommt ihm vor allem seine Konstanz und Robustheit zugute. Ebenjene Robustheit ist ein Grund, warum Vagnoman im Jugendbereich derart überzeugte. Womöglich müsste er seine Spielweise in der Bundesliga etwas umstellen, denn den Vorteil der körperlichen Überlegenheit wird er im Profibereich nicht in selbem Maße haben.

Wie das Hamburger Abendblatt mit Bezug auf Vorstandschef Heribert Bruchhagen berichtet, könnte Vagnoman am Samstag in Dortmund erstmals im Bundesliga-Kader stehen. Käme er direkt zum Einsatz, würde er Jonathan Tah als jüngsten Hamburger Bundesliga-Spieler aller Zeiten ablösen. In erster Linie ist das Eigengewächs aber als Versprechen für die Zukunft zu sehen. Sollte das „Worst-Case-Szenario“ in diesem Jahr tatsächlich eintreten und der HSV müsste den Gang in die 2. Bundesliga antreten, könnte Vagnoman Teil der „Generation Neuaufbau“ werden. Im Nachwuchsbereich gibt es in Hamburg generell einige Talente, die den Fans im Falle eines Abstiegs Hoffnung auf eine bessere Zukunft geben könnten.