Spieler-Portrait: Linton Maina, 18 Jahre

Hannover 96 gelang es in den letzten Jahren selten, vielversprechende Talente aus dem eigenen Nachwuchs in das Profiteam zu integrieren. Nach Waldemar Anton, der sich zum unangefochtenen Stammspieler entwickelt hat, könnte auch U19-Eigengewächs Linton Maina in naher Zukunft für Furore sorgen.

Maina wurde am 23. Juni 1999 in Berlin geboren. In der Hauptstadt begann er bereits als Vierjähriger das Fußballspielen beim SV Pfefferwerk Berlin nahe dem Prenzlauer Berg, wo er zeitweise von seiner Mutter Antje trainiert wurde. Nach einigen Jahren wechselte er zum SV Empor Berlin, ehe er 2014 im Alter von 15 Jahren den Schritt aus der Heimatstadt in die Nachwuchsabteilung von Hannover 96 wagte. Maina lief für die U17 der „Roten“ auf und erzielte in seiner ersten Saison in der Bundesliga Nord/Nordost vier Tore in 18 Spielen.

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2016 wurde das Offensivtalent in die U19 hochgezogen, auch in der A-Jugend erkämpfte sich der damals 17-Jährige prompt einen Stammplatz. Unter Trainer und Ex-96-Profi Christoph Dabrowski verpasste er nur vier Spiele und glänzte mit vier Treffern sowie drei Assists. Parallel dazu startete Maina auch im Nationaltrikot durch. Bereits im November 2014 wurde er erstmals für Deutschlands U16 nominiert und durchlief seitdem sämtliche Junioren-Auswahlen des DFB. Seinen ersten Treffer auf internationalem Parkett feierte er im Dezember 2016 für die deutsche U18-Auswahl gegen Israel (4:0), im Testspiel schoss er zur Führung ein.

Breitenreiter mahnt: „Er muss auf dem Boden bleiben“

In der laufenden Saison machte Maina in Hannover den nächsten Sprung. In der U19 stieg er zum unumstrittenen Stammspieler auf und verpasste in der Hinrunde nur das Derby gegen Eintracht Braunschweig (3:1) Ende August, da er zur selben Zeit mit der U19-Auswahl des DFB auf Länderspielreise war. Auch seine Torquote steigerte der flinke Dribbler. In 13 Spielen netzte er sechsmal ein und bereitete zudem zwei Treffer vor.

Die konstant starken Auftritte des Flügelspielers riefen im vergangenen Herbst Profi-Trainer André Breitenreiter auf den Plan, der Maina seit November bei der ersten Mannschaft mittrainieren lässt. „Wir haben im Training gesehen, dass er ein super Junge ist, der auch Qualität hat“, lobte er das Nachwuchstalent, ließ aber auch durchblicken, dass Maina noch reifen muss. „Die Persönlichkeitsentwicklung ist wichtig. Er muss auf dem Boden bleiben, noch mehr investieren, sein Internatszimmer sauber pflegen und darf sich nicht bedienen lassen“, mahnte der 96-Coach.

Der Ansatz, Maina zunächst behutsam an die Profis heranzuführen, scheint sich auszuzahlen. Bis zur Winterpause absolvierte der 18-Jährige zwei bis drei Einheiten in der Woche mit dem Bundesliga-Team, „um zu schauen, wie das hier oben läuft“, wie Breitenreiter erklärte. Die Vorbereitung auf die Rückrunde machte er komplett mit und spielte sich in den Fokus. Starke Trainingsleistungen garnierte er mit mutigen Auftritten in den Testspielen. Gegen den SC Paderborn (4:1) erzielte der U19-Nationalspieler nach feiner Ballverarbeitung gar sein erstes Tor im Profibereich.

Profivertrag bis 2022 unterschrieben

Seine Qualitäten als begabter Eins-gegen-eins-Spieler deutete er mehrfach an. Maina, der nicht nur wegen der optischen Ähnlichkeit allzu hysterisch bereits mit Leroy Sané verglichen wird, ist ein hervorragender Techniker und kann vielseitig eingesetzt werden. Auf beiden Flügeln, im zentralen Mittelfeld sowie als hängende Spitze lief er schon auf. „Es ist schön, nach langer Zeit mal wieder einen Spieler zu haben, der perspektivisch die Qualität hat, in der Bundesliga für 96 zu spielen“, frohlockte Sportdirektor Horst Heldt bereits im November.

Vor einer Woche unterzeichnete Maina einen Profivertrag bei den Niedersachsen bis 2022, in der Rückrunde soll er aber weiterhin langsam herangeführt werden. Breitenreiter will den euphorisierten Offensivakteur im Zaum halten. „Er ist bei mir in guten Händen“, zitiert der Sportbuzzer den 96-Trainer. „Es gibt genügend Spieler, die verheizt wurden und zu schnell zu groß gemacht worden sind. Wir werden ihn auf dem Weg begleiten, damit er ein Bundesligaspieler werden kann.“ Setzt sich Mainas rasante Entwicklung fort, könnte er dennoch bereits in dieser Saison erstmals Bundesliga-Luft schnuppern.