Spieler-Portrait: Matheus Cunha, 19 Jahre

Foto: RB Leipzig

Das Profil des jüngsten Leipziger Sommer-Neuzugangs liest sich wie das Einmaleins der Rangnickschen Transferphilosophie. Der Brasilianer Matheus Cunha kommt aus einer kleinen Liga, flog lange unter dem Radar der ganz großen Klubs, ist aber ein verheißungsvoller, ehrgeiziger Offensivmann für die Zukunft.

Matheus Santos Carneiro Da Cunha, wie der Neuling mit vollem Namen heißt, wurde am 27. Mai 1999 geboren und stammt aus der brasilianischen Großstadt João Pessoa in der östlichen Region Paraíba. Seine fußballerische Heimat liegt beim Coritiba FC, wo er bis zur U20 im Jugendbereich spielte. Ohne in Brasilien je ein Profispiel absolviert zu haben, wagte er im Sommer 2017 den Schritt nach Europa, zum Schweizer Erstligisten FC Sion, der innerhalb weniger Wochen drei weitere Brasilianer unter Vertrag nahm.

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Cunha erwies sich für die „Eidgenossen“ als absoluter Glücksgriff: Anfang September empfahl er sich mit seinem Ausgleichstor gegen den FC Basel (1:1) für einen Stammplatz, im Laufe des Herbsts entwickelte er sich zum besten Offensivspieler seines Teams. Sions zwischenzeitlichen Absturz ans Tabellenende konnte auch er nicht verhindern, in der zweiten Saisonhälfte trugen seine Tore allerdings maßgeblich dazu bei, dass die Walliser den Klassenerhalt schafften und sich langsam aus dem Tabellenkeller befreiten. Allein in den letzten acht Saisonspielen verzeichnete Cunha sechs Tore und drei Vorlagen; am letzten Spieltag ermöglichte er seinem Team mit einem Dreierpack gegen den FC Thun (4:1) noch den Sprung auf den sechsten Platz.

Über Leipzig zu Real oder Barça?

Nach dieser starken Debütsaison war der Senkrechtstarter für den FC Sion nicht zu halten. Insgesamt sieben Angebote seien für Cunha eingegangen, bestätigte Vereinspräsident Christian Constantin der Schweizer Zeitung Blick. Das begehrte Talent entschied sich für einen ambitionierten Wechsel zu RB Leipzig, wo er am vergangenen Sonntag einen Fünfjahresvertrag unterzeichnete. Der FC Sion streicht für den Transfer des 19-jährigen Stürmers eine Rekordablöse im zweistelligen Millionenbereich ein.

Obwohl Cunha in der Schweiz starke Leistungen gezeigt hat, ist der Schritt zu RB Leipzig ohne Zweifel ein großer. Der Youngster wird es schwer haben, in der hochkarätigen RB-Offensive auf Spielzeit zu kommen. Timo Werner, Jean-Kévin Augustin und Yussuf Poulsen werden zu Beginn in der Hierarchie selbstverständlich vor ihm stehen. Schon bei Sion hat er jedoch gezeigt, dass er vor Herausforderungen nicht zurückschreckt und über großen Ehrgeiz verfügt. Seine Ziele steckt sich Cunha grundsätzlich hoch. Im Mai erklärte er in einem Interview mit Globo Esporte, eines Tages für den FC Barcelona oder Real Madrid spielen zu wollen.

Ein selbstbewusster Knipser will sich beweisen

Vorerst täte der 1,84 Meter große Teenager sicher gut daran, kleine Brötchen zu backen und sich voll und ganz auf die anstehende Aufgabe in Leipzig zu fokussieren. Dort will er vor allem mit seinem starken Torabschluss punkten. Egal ob mit rechts oder links, per Fuß oder Kopf, per Abstauber oder Fernschuss – Cunha weiß den Ball gefährlich aufs Tor zu bringen. Natürlich ist er, wie alle Leipziger Angreifer, auch ein äußerst schneller und technisch begabter Spieler mit jeder Menge Entwicklungspotenzial. Er kann sowohl auf der rechten Außenbahn als auch im Sturmzentrum eingesetzt werden. Die Voraussetzungen für eine erfolgreiche Bundesliga-Karriere sind also gegeben. Mit einem leichten Einstieg ist angesichts des harten Konkurrenzkampfes in Leipzig nicht unbedingt zu rechnen, gerade in Anbetracht seiner Unerfahrenheit im Profibereich.