Spieler-Portrait: Thilo Kehrer, 19 Jahre

Diese Woche stellen wir in unserer Portrait-Reihe ein junges Talent vor, das letzten Sommer wegen eines Wechseltheaters für einige Schlagzeilen sorgte. Der Schalker Innenverteidiger Thilo Kehrer sorgte letztes Jahr für Unmut, da er beim Trainingsauftakt der Gelsenkirchener unentschuldigt fehlte – angeblich um seinen Wechsel zu Inter Mailand zu erzwingen. Die „Königsblauen“ ließen Kehrer jedoch nicht ziehen und konnten ihn nach einem Beraterwechsel umstimmen: Der U20-Nationalspieler verlängerte diese Woche seinen Vertrag bei Schalke bis 2019.

Thilo Kehrer wurde am 21.09.1996 in Tübingen als Sohn eines deutschen Vaters und einer burundischen Mutter geboren. Seine ersten fußballerischen Schritte tat Thilo Kehrer in seiner Heimatstadt, wo er bereits mit drei Jahren bei der dortigen TSG anfing zu kicken. Bis 2005 blieb er bei seinem Heimatverein, dann wechselte er ins Jugendprogramm des SSV Reutlingen. Nach vier Jahren beim SSV, zog es Kehrer 2009 zum VfB Stuttgart, wo er die nächsten drei Jahre verbrachte. Als 15-Jähriger wagte er 2012 dann den Schritt nach Westdeutschland zum FC Schalke 04. Schon zum Zeitpunkt seines Wechsels nach Gelsenkirchen, war der Defensivspieler deutscher U16-Nationalspieler und galt als vielversprechendes Talent. In der U17 der „Knappen“ wurde Kehrer auf Anhieb Stammspieler und gewann mit seinem Team die Staffel West der U17-Bundesliga sowie den Westfalenpokal. Zur Saison 2013/14 rückte der damals 16-Jährige zur U19 auf, wo er ebenfalls sofort Stammspieler wurde. In der darauffolgenden Spielzeit wurde Kehrer zum Kapitän der U19 ernannt und führte seine Mannschaft zum deutschen A-Jugend-Meistertitel 2015.

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Diese guten Leistungen blieben natürlich nicht unbemerkt: Zu Beginn des vergangenen Jahres begann Inter Mailand intensiv um die Dienste des jungen Talents zu buhlen. Es gab außerdem Berichte, laut denen der Vertrag von Kehrer auf Schalke für die kommende Saison ungültig sei, da minderjährige Spieler keinen Vertrag unterschreiben dürfen, der länger als drei Jahre gilt. Der Wechsel wurde von vielen Medien schon als fix vermeldet, doch Schalke-Manager Horst Heldt ließ Kehrer mit Verweis auf dessen gültigen Vertrag nicht ziehen. Das Wechseltheater eskalierte, als Kehrer beim Trainingsauftakt der Schalker am 1. Juli 2015 unentschuldigt fehlte – scheinbar um seinen Wechsel nach Mailand zu erzwingen. Erst Mitte August beendete der Junioren-Nationalspieler seinen „Streik“ und stieg bei der Schalker Reservemannschaft wieder ins Training ein. Heldt erklärte die Ungereimtheiten mit schwerwiegenden Beraterfehlern: „Der Spieler und der Vater wurden vollkommen falsch beraten. Die Agentur hat Hausverbot, ist nicht mehr erwünscht. Er hat sich bei mir, beim Verein entschuldigt. Er ist auf die schiefe Bahn gekommen“, sagte Heldt in einer Pressekonferenz im August. Mit seinem neuen Berater hat Kehrer jetzt einen Kurswechsel vollzogen: Letzten Dienstag wurde bekanntgegeben, dass der 19-Jährige bei Schalke einen neuen Vertrag bis 2019 unterschrieben hat.

Nach den Wechseleskapaden im Sommer, kam Kehrer in der laufenden Saison bislang ausschließlich in der Regionalliga West zum Einsatz. Durch seine Vertragsverlängerung stehen die Chancen auf ein baldiges Profidebüt aber sehr gut, immerhin gilt der 19-Jährige immer noch als eines der größten deutschen Defensivtalente. S04-Coach André Breitenreiter bestätigte kürzlich auf einer Pressekonferenz, dass sich der U20-Nationalspieler immer mehr in den Fokus spielt: „Thilo Kehrer hat sich in den vergangenen Wochen sehr gut präsentiert und kann eine Alternative für uns werden.“ Kehrer hat in der Jugend vorwiegend im defensiven Mittelfeld und der Innenverteidigung gespielt. Er ist dank seiner Körpergröße (1,86 Meter) sehr kopfballstark und kann sich im Zweikampf schon gut behaupten.

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