Spieler-Portrait: Tobias Raschl, 18 Jahre

Foto: Oliver Hardt/Bongarts/Getty Images

Schon im aktuellen Kader von Borussia Dortmund tummeln sich viele junge, hochveranlagte Spieler. Aus dem Jugendbereich drängen jedoch weitere Talente nach oben. So zum Beispiel U19-Kapitän Tobias Raschl, der sich nach langer Verletzungspause zunehmend für einen Profivertrag empfiehlt.

Raschl wurde am 21. Februar 2000 in Düsseldorf geboren und ordnet schon seit Kindertagen fast alles dem Fußball unter. Der Rheinländer sucht stets nach einer neuen Herausforderung und ist dementsprechend während seiner Jugendzeit bereits viel herumgekommen. Zunächst spielte er beim Düsseldorfer Klub SG Unterrath, ehe es mit elf Jahren ins Nachwuchsleistungszentrum von Borussia Mönchengladbach ging. Im „Fohlenstall“ hielt es ihn jedoch nur zwei Jahre, dann wechselte er zurück in die Heimat, diesmal zu Fortuna Düsseldorf. Während seines zweijährigen Intermezzos dort schilderte er der Westdeutschen Zeitung sein Leben als Nachwuchsfußballer. Schon damals, als 14-Jähriger, war klar, wo es hingehen soll – auf die Frage, welche Ziele er im Leben habe, gab es nur eine Antwort: „Dass ich Profi werde.“

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Dem Traum, professioneller Fußballer zu werden, ist Raschl seit diesem Interview im November 2014 ein gutes Stück näher gekommen. Im Sommer 2015 wurde Borussia Dortmund auf den aufgeweckten Teenager aufmerksam und überzeugte ihn von einem Wechsel in den Ruhrpott. Beim BVB, seinem vierten Verein, scheint Raschl endlich seinen Platz gefunden zu haben: In den vergangenen drei Jahren bestritt er insgesamt 39 Ligaspiele für die zwei höchsten Dortmunder Jugendteams, erzielte dabei neun Tore und gab neun Vorlagen. Darüber hinaus kam er 2017 in der Gruppenphase der UEFA Youth League gegen Real Madrid (5:3) und APOEL Nikosia (2:0) zum Einsatz.

Selbstbewusster Mittelfeld-Chef: „Nichts kann mich stoppen“

Doch Raschls Weg verlief auch in Dortmund keineswegs schnurstracks nach oben: Inmitten der vergangenen Saison erlitt er eine schwere Knieverletzung, durch die er fast die gesamte Rückrunde verpasste. Seinen Optimismus und sein Selbstvertrauen ließ er sich von diesem Rückschlag aber nicht nehmen. „Nichts kann mich stoppen, ich komm schon bald stärker zurück“, ließ er auf seinem Instagram-Kanal während seiner Reha im Februar verlauten. Kurz vor Saisonende gab er schließlich sein Comeback in der U19; in dieser Spielzeit will er nun wieder richtig angreifen. Das Vertrauen von Coach Benjamin Hoffmann hat der Youngster, immerhin übergab ihm dieser zu Beginn dieser Saison die Kapitänsbinde.

Raschl ist mit Sicherheit eine gute Wahl als Kapitän, denn er hat bereits bei niedrigeren Jugendteams gezeigt, dass er eine Mannschaft nach vorne peitschen kann und sich auch für „Drecksarbeit“ nicht zu schade ist. Der Rechtsfuß spielt vorwiegend im zentralen und rechten Mittelfeld, wobei Hoffmann ihn zuletzt in einer defensiveren Rolle einsetzte. In den ersten drei U19-Bundesliga-Spielen dieser Saison agierte er als Sechser in einem offensiv ausgerichteten 4-3-3-System. Hier ist er vor allem als Initiator aus der Tiefe und als Abräumer vor der Abwehr gefragt.

Die nächsten zwei Jahre werden entscheidend

Raschl verfügt über die richtige Einstellung und das nötige Talent, um es in ein bis zwei Jahren in den Dortmunder Profikader zu schaffen. Jedoch haben die vergangenen Jahre gezeigt, dass nur absoluten Top-Talenten wie Christian Pulisic beim BVB der direkte Sprung zum Leistungsträger gelingt. Ob es hierfür reicht, ist etwas fraglich; wahrscheinlicher erscheint eher eine Entwicklung à la Dženis Burnić oder Jacob Bruun Larsen, die an einen Ligakonkurrenten (den VfB Stuttgart) ausgeliehen wurden und sich nun im zweiten Anlauf bei Schwarz-Gelb durchsetzen wollen. Für Raschl ist es nach seiner langen Verletzungspause am wichtigsten, gesund zu bleiben und den guten Saisonstart möglichst über die gesamte Spielzeit zu bestätigen. Dann werden die BVB-Verantwortlichen kaum daran vorbeikommen, dem gebürtigen Düsseldorfer einen Profivertrag anzubieten.