Stark und die ungewohnte Vorbildfunktion

In den letzten zehn Spielen von Hertha BSC verpasste Defensivmann Niklas Stark nicht eine Spielminute. Nach der Verletzung von Karim Rekik und dem Abgang von Sebastian Langkamp ist der U21-Europameister aktuell der Abwehrchef beim Hauptstadtklub.

Obwohl Stark selbst erst 22 Jahre alt ist, muss er dieser Tage an der Seite von Jordan Torunarigha (20) den Routinier im Abwehrzentrum geben. Vollständig an diese Rolle gewöhnt scheint sich der Ex-Nürnberger noch nicht zu haben. „Ich versuche einfach im Großen und Ganzen ein besserer Spieler zu werden. Und die jüngeren Spieler sollen einschätzen, ob ich eine Vorbildfunktion habe“, ließ er in einem Interview mit der vereinsinternen Medienabteilung verlauten. „Natürlich versuche ich, als Vorbild voranzugehen. Ich weiß selbst, wie schwer es ist, gerade als junger Spieler immer wieder die eigenen Leistungen zu bestätigen – in dieser Phase stecke ich schließlich auch noch.“

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Die Rolle als Abwehrchef, so ungewohnt sie auch sein mag, füllt der Youngster bislang tadellos aus. In der Rückrunde ließen die Berliner erst fünf Gegentore zu. „Ich glaube, es hat uns in den vergangenen Jahren immer ausgezeichnet, ein sehr unangenehmer Gegner zu sein. In dieser Phase schaffen wir es wieder, als Mannschaft sehr kompakt zu stehen und wenige Räume zuzulassen“, erklärte Stark die gute Bilanz. Einzig die Leistungsschwankungen des Teams sind dem gebürtigen Mittelfranken ein Dorn im Auge: „Gegen die ‚großen Gegner‘ gelingt es uns gut, defensiv zu stehen und immer wieder Nadelstiche nach vorne zu setzen. Gegen die vermeintlich schwächeren Gegner mühen wir uns häufig damit, das Spiel zu machen. Wir wollen das den Rest der Saison in den Griff bekommen.“

Am Samstag auf Schalke will die Hertha zunächst wieder den Spielverderber geben. „Vielleicht ist es ein gutes Omen, dass wir wieder bei einem stärkeren Gegner spielen“, mutmaßte Stark. „Zunächst wird es wie in München wichtig sein, defensiv sicher zu stehen. Aus einer Kompaktheit heraus müssen wir dann unsere Angriffe spielen.“