Stindl auch nach dem Schlusspfiff noch glücklich

Foto: Matthias Hangst/Bongarts/Getty Images

Bis zur 66. Minute hielt er durch, dann durfte Lars Stindl das Spielfeld verlassen. Er sah erwartungsgemäß abgekämpft aus, aber auch glücklich. Ein Zustand, an dem sich auch nach dem Spiel wenig geändert hatte.

Nach etwas mehr als fünf Monaten Verletzungspause war dem Mannschaftskapitän von Borussia Mönchengladbach ja auch ein bemerkenswertes Comeback gelungen. „Es ist“, sagte der Nationalspieler am Samstagabend, „ein besonderer Tag für mich persönlich.“ Schöner hätte sich Stindl die Rückkehr in der Tat wohl kaum ausmalen können. Ein 3:0 (2:0) beim FC Bayern München ist allein für sich schon ein Grund zum Feiern – er aber leistete dazu auch einen entscheidenden Beitrag, nicht nur wegen seines Treffers zum 2:0. „Der Plan war, dass ich mich fallen lasse, um Überzahl im Mittelfeld zu schaffen“, sagte er zu seiner Rolle als Neuner zwischen Alassane Pléa und Thorgan Hazard. Der Plan von Trainer Dieter Hecking ging auf.

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Die Gladbacher überstanden zunächst zehn stürmische Minuten der Münchner, dann traf Pléa bereits zum fünften Mal in dieser Saison. Von da ab hatten Stindl und Kollegen erstaunlich leichtes Spiel mit den optisch überlegenen, aber weitgehend planlosen Bayern. In der Tabelle steht Gladbach damit erstmals seit sechseinhalb Jahren vor dem alten Rivalen. Hätte ihm das jemand vor dem Spiel gesagt, „dem hätte ich den Vogel gezeigt“, sagte Florian Neuhaus. Nicht nur der Plan mit Stindl, den sich Hecking bereits unter der Woche ausgedacht hatte, funktionierte. Daneben verteidigte Gladbach auch „wahnsinnig gut“, wie der Trainer betonte. Dabei besonders auffällig: ein Bermuda-Dreieck aus Christoph Kramer, Nico Elvedi und Matthias Ginter, in dem die Münchner Angreifer spurlos verschwanden.

„Relativ einfach, die Zweikämpfe zu gewinnen“

„Wir standen sehr kompakt und haben die Räume gut zugelaufen. Deswegen war es für uns heute relativ einfach, die Zweikämpfe zu gewinnen“, sagte Kramer. Ein guter Plan, eine geschlossene Mannschaftsleistung, eine bemerkenswerte Effizienz bei den wenigen eigenen Chancen, von denen Patrick Herrmann die letzte zum 3:0 nutzte – was Gladbach in München zeigte, war mustergültig. Und nicht zuletzt wegen Stindl. „Ein super Spieler“, sagte Neuhaus über den Kapitän, „wahnsinnig wichtig für die Mannschaft.“ Für eine Mannschaft, die jetzt erst mal auf einem Champions League-Platz steht.