Stuttgart feiert ersten Saisonsieg gegen Bremen

Foto: Christian Kaspar-Bartke/Bongarts/Getty Images

Der VfB Stuttgart konnte am sechsten Spieltag den ersten Saisonsieg feiern. Die Schwaben besiegten den SV Werder Bremen am Samstag in einer turbulenten Partie vor heimischem Publikum mit 2:1 (1:0).

VfB-Coach Tayfun Korkut veränderte seine Anfangsformation gegenüber dem 0:2 in Leipzig auf drei Positionen: Andreas Beck, Daniel Didavi (Rückkehr nach Achillessehnenproblemen) und Anastasios Donis ersetzten Pablo Maffeo, Chadrac Akolo (beide nicht im Kader) und Erik Thommy (Bank). Werder-Trainer Florian Kohfeldt setzte nach dem 3:1 gegen Hertha BSC wieder auf Philipp Bargfrede und ließ ihn erstmals gemeinsam mit Neuzugang Nuri Şahin auflaufen. Martin Harnik nahm dafür zunächst auf der Bank Platz.

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Die Gäste aus Bremen begannen spielbestimmend und hatten früh die ersten Möglichkeiten: Yūya Ōsako verfehlte erst per Kopf nach einem Şahin-Freistoß (3.) und anschließend nach Hereingabe von Theodor Gebre Selassie (5.). Werder agierte feldüberlegen und Ōsako blieb der Zielspieler: Max Kruse flankte von links in den Strafraum, der Japaner verlängerte mit der Fußspitze und prüfte Stuttgarts Torhüter Ron-Robert Zieler (9.). Bargfrede agierte bei den Norddeutschen nicht wie gewohnt im defensiven Mittelfeld, sondern zwischen den beiden Innenverteidigern in einer Dreierkette. Die Bremer ließen den Ball laufen und arbeiteten weiter an der Führung; Kruse scheiterte aus 18 Metern per Flachschuss an Zieler (18.).

Donis umkurvt Pavlenka – Veljković fliegt vom Platz

Das 1:0 erzielten dann aber die Hausherren: Nach einem Ballverlust von Davy Klaassen schickte Didavi Donis auf die Reise. Der Grieche enteilte Miloš Veljković, umkurvte den herauslaufenden Jiri Pavlenka und schob ins leere Tor ein (19.). Die Grün-Weißen verarbeiteten den Rückstand schnell und wollten prompt zurückschlagen. Klaassen setzte sich im Strafraum durch und passte auf Gebre Selassie, der den Ball relativ freistehend am Stuttgarter Gehäuse vorbei legte (23.). Die Gäste machten zwar weiterhin Druck, kamen aber nicht mehr zwingend vor das Tor. Und es kam noch schlimmer für Bremen: Der bereits verwarnte Veljković sah zehn Minuten vor der Halbzeit für ein Foul an Didavi die Gelb-Rote Karte und musste das Feld verlassen (36.).

Auch in Unterzahl ließ sich Werder nicht beirren und rannte nach dem Seitenwechsel weiter an: Kruse zog nach Verlängerung von Ōsako kurz vor der Strafraumgrenze ab, Zieler bekam die Fäuste noch rechtzeitig hoch (46.). Dennis Aogo musste wenig später verletzungsbedingt durch Gonzalo Castro ersetzt werden (52.). Bremen blieb dran und für den VfB wurde es enger: Nach Vorlage des starken Ōsako traf Maximilian Eggestein aus zehn Metern halbrechter Position nur den Pfosten (58.). Die Gastgeber mussten nach einer Stunde ein zweites Mal wechseln. Auch für Donis ging es nicht weiter, Thommy ersetzte den Torschützen (61.). Kohfeldt stellte auf volle Offensive: Claudio Pizarro und Harnik kamen für Bargfrede und Ludwig Augustinsson (67.).

Kurioses Einwurf-Eigentor – Castro schlägt zurück

Nach knappen 70 Minuten ereignete sich dann die Szene des Spiels: Borna Sosa führte einen Einwurf in Richtung Zieler aus, der nicht damit gerechnet hatte und den Ball ins eigene Tor zum 1:1 passieren ließ (68.). Der Treffer zählte nur, da der VfB-Keeper das Spielgerät noch leicht touchiert hatte. Die Gäste wollten direkt nachlegen, auch Pizarro scheiterte nach Vorarbeit von Eggestein am Pfosten (72.). Werder ließ dem VfB nun aber auch Räume und wurde dafür bestraft: Mario Gómez legte im Strafraum auf Castro, der aus acht Metern ins lange Eck schlenzte und die Schwaben erneut in Führung brachte (75.). Der eingewechselte Nicolás González hatte kurz darauf die Entscheidung auf dem Fuß, scheiterte aber frei vor Pavlenka (81.).

Nur drei Minuten später bedient Gómez wieder González, der sich Pavlenka zum zweiten Mal geschlagen geben musste (84.). Auf der Gegenseite jagte Şahin den Ball aus spitzem Winkel über den Kasten (85.). Die Stuttgarter fanden nun riesige Lücken in der Bremer Hintermannschaft, González (90.+1) und Castro (90.+3) vergaben die letzten Chancen auf das 3:1. Am Ende stand der erste Saisonsieg des VfB Stuttgart in einer denkwürdigen Partie. Der SV Werder Bremen war dagegen erstmals in der laufenden Spielzeit geschlagen.