Stuttgart hofft gegen Bayern auf den Coup gegen die Krise

Foto: Alexander Scheuber/Bongarts/Getty Images

Gelingt dem VfB Stuttgart wieder der Coup gegen den FC Bayern München? Nachdem die Schwaben zum Abschluss der Vorsaison dank eines 4:1 gegen den Rekordmeister noch auf Platz sieben und damit fast nach Europa gesprungen waren, kommt es am zweiten Spieltag der neuen Runde am Samstagabend (18.30 Uhr) erneut zum Südduell.

Anders vorgestellt hatten sich die Stuttgarter den Start in die neue Saison. Nach der Sensationsrückrunde des Vorjahres waren Europapokal-Träume rund um den VfB laut geworden – Träume, die nach den ersten beiden Pflichtspielen nun erst mal geplatzt sind. 0:2 unterlagen die Schwaben in der ersten Runde des DFB-Pokals gegen Rostock, zum Liga-Auftakt setzte es ein 0:1 gegen Mainz. Mehr noch als die Niederlagen sorgt die offensive Harmlosigkeit für Kopfzerbrechen am Neckar. Obwohl kein Leistungsträger den Verein verlassen hat und mit Daniel Didavi und Nicolás González frische Offensivspieler verpflichtet wurden, ist noch mächtig Sand im VfB-Getriebe. Vor dem Duell gegen den deutschen Meister ist Trainer Tayfun Korkut daher um Optimismus bemüht. „Was letzte Woche war, ist nicht mehr so wichtig“, sagte er. Dennoch scheint die Krise nicht in weiter Ferne beim VfB. Dass es ausgerechnet in dieser Situation gegen den schier übermächtigen FC Bayern geht, sieht Korkut nicht als Problem. Es sei die „beste Motivation, gegen die beste Mannschaft zu spielen“.

- Anzeige -

Auch die Münchner allerdings haben in der neuen Saison noch nicht allzu viel Glanz verbreitet. War das 5:0 gegen Frankfurt im Supercup noch eine Machtdemonstration, mühte sich der deutsche Rekordmeister anschließend zu zwei weiteren Siegen. Mit 1:0 wurde der SV Drochtersen/Assel im DFB-Pokal bezwungen, in der Liga gab es ein 3:1 gegen Hoffenheim. Dass es den Bayern durchaus auch darum geht, die Scharte vom 1:4 aus der Vorsaison auszuwetzen, bestätigte am Freitag Niko Kovač. Seine Spieler würden „hoch motiviert“ sein, „das wieder auszuradieren“, sagte der Trainer. Die Niederlage zum Abschluss in der Allianz Arena hatte den Münchnern schließlich ein wenig die Meisterfeier verdorben. Dabei ist es allerdings möglich, dass der geplatzte Wechsel von Jérôme Boateng für etwas Unruhe im Verein sorgt. Kovač jedenfalls baute dem gleich schon mal vor: Der Innenverteidiger sei ein „Vollprofi“ und werde weiterhin „alles geben“, sagte der 46-Jährige.

VfB Stuttgart: Zieler – Beck, Pavard, Badstuber, Insúa – Ascacíbar, Castro – Gentner, Didavi, Donis – Gómez

FC Bayern München: Neuer – Kimmich, Boateng, Hummels, Alaba – Martínez – Müller, Thiago – Robben, Ribéry – Lewandowski

Anastasios Donis hieß der entscheidende Mann beim 4:1-Sieg des VfB in der Vorsaison. Gut möglich, dass Korkut den griechischen Angreifer daher am Samstag erneut in die Startelf beruft – gegen Mainz hatte Donis nicht mal den Sprung in den Kader geschafft. Doch egal mit welcher Aufstellung, die Stuttgarter werden es schwer haben, gegen die Münchner etwas zu holen. Eine Niederlage könnten sie mental zwar verkraften – eine deftige Klatsche allerdings würde den Verein endgültig an den Rand einer Krise führen.