Stuttgart kämpft gegen Bremen und die Krise

Foto: Matthias Kern/Bongarts/Getty Images

In der vergangenen Rückrunde hatten beide Teams noch zu den stärksten gehört, in der neuen Saison jedoch liegen Welten zwischen dem VfB Stuttgart und dem SV Werder Bremen. Während die Schwaben im Duell am Samstagnachmittag um den ersten Saisonsieg kämpfen, möchten die Norddeutschen den dritten Rang bestätigen.

Noch ist es ruhig in der Trainerfrage beim VfB – aber wie lange noch? Tayfun Korkut ist dieser Tage drauf und dran, den im Frühjahr gesammelten Kredit zu verspielen. Die glänzende Form der Rückrunde nämlich haben die Schwaben nicht über den Sommer gerettet, ganz im Gegenteil: Erst zwei Punkte sammelte Stuttgart in der neuen Saison, und das gegen die vermeintlich nicht auf Augenhöhe befindlichen Gegner Freiburg (3:3) und Düsseldorf (0:0). Gegen RB Leipzig war die Korkut-Elf am Mittwoch ohne Chance (0:2). Der Trainer aber gibt sich gelassen, zumindest in der Öffentlichkeit: „Wir dürfen uns nicht zu viele Fragezeichen in den Kopf setzen, nicht zweifeln. Wir müssen mutig sein“, forderte Korkut für das Duell gegen Bremen. Entscheidend sei dabei zunächst die Ausbeute, weniger deren Zustandekommen. „Wenn wir mit dem Kopf durch die Wand gehen müssen, gehen wir da durch. Ein Sieg tut gut, egal wie er zustande kommt“, erklärte der 44-Jährige. An der Personalsituation jedenfalls kann die aktuelle Krise nicht festgemacht werden, Korkut stehen am Samstag alle Leistungsträger zur Verfügung. Auch Daniel Didavi (Achillessehnenprobleme) dürfte wieder im Kader stehen.

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Gänzlich anders als beim VfB läuft die Saison bislang für Werder. Den Europapokal hatte Bremen vor einigen Wochen als Ziel ausgegeben, und inzwischen sieht es so aus, als könnte dieser Traum tatsächlich Realität werden. Noch ungeschlagen nämlich ist die Elf von Trainer Florian Kohfeldt in der neuen Runde, elf Punkte holte sie aus den ersten fünf Partien. Dabei gab es zuletzt Siege gegen Augsburg (3:2) und Hertha BSC (3:1). Kohfeldt allerdings will keineswegs in Euphorie verfallen. Er fühle sich „nicht als Bayern-Jäger“, stellte der 35-Jährige trotz einer Spitzenplatzierung und nur zwei Punkten Rückstand auf den Rekordmeister fest. Dabei würden die Bremer mit einem Sieg gegen den VfB sogar an den Bayern vorbeiziehen – und die drei Punkte dürften angesichts der eigenen Formstärke und der Krise des Gegners fest ins Auge gefasst sein. Dabei spricht nicht nur die Punktausbeute für die Bremer, sondern auch die Torstatistik: Während Werder mit zehn Treffern vor dem Spieltag die drittbeste Offensive hinter Bayern (12) und Dortmund (15) stellte, ist der VfB vorne harmlos und hinten anfällig. Bereits neun Tore kassierten die Schwaben, nur drei wurden erzielt – lediglich Nürnberg (10 Gegentore) und Schalke (3 Tore) sind jeweils noch schlechter.

VfB Stuttgart: Zieler – Maffeo, Baumgartl, Pavard, Insúa – Ascacíbar – Castro, Gentner – Thommy, González – Gómez

SV Werder Bremen: Pavlenka – Gebre Selassie, Veljković, Moisander, Augustinsson – Bargfrede – Eggestein, Klaassen – Harnik, Kainz – Kruse

Es dürfte die letzte Chance für den VfB werden, eine handfeste Krise noch abzuwenden. Sollte Korkut und den Seinen auch gegen Werder kein Dreier gelingen, dürfte der Stuhl des Trainers so langsam wackeln. Dabei wird das Duell mit den Bremern eine Herkulesaufgabe für die Schwaben: Ungemein spielfreudig präsentiert sich die Kohfeldt-Elf in dieser Saison, insbesondere die Mittelfeldachse mit Maximilian Eggestein und Davy Klaassen harmoniert hervorragend.