Tedesco: „Ein Schritt in die richtige Richtung“

Foto: Christof Koepsel/Bongarts/Getty Images

Stürmer Guido Burgstaller war stinksauer, Kapitän Ralf Fährmann nahm seine Mitspieler in die Pflicht, doch Trainer Domenico Tedesco lächelte die Schalker Sorgen einfach weg. Das 1:2 (0:1) bei Borussia Mönchengladbach war die dritte Niederlage im dritten Spiel.

„Wir sind auf einem guten Weg. Wenn wir so spielen, dann wird der Knoten zügig platzen, dann werden wir bald Erfolgserlebnisse haben“, sagte Tedesco und kam zu dem Schluss: „Es war ein Schritt in die richtige Richtung.“ Vizemeister FC Schalke 04 hat dennoch einen nicht für möglich gehaltenen Fehlstart hingelegt. „Schlechter geht es nicht. Uns fehlt noch einiges aus der Vorsaison“, sagte Sportvorstand Christian Heidel nach dem Schlusspfiff.

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Vor dem Start in die Champions League am Dienstag (21 Uhr) gegen den FC Porto war aber auch Heidel um Ruhe bemüht. „Es dauert sehr, sehr lange bis ich unruhig werde. Ich glaube, dass ich in dieser Saison überhaupt nicht unruhig werde, weil ich ein großes Vertrauen in die Personen rund um die Mannschaft habe“, sagte Heidel und stärkte Tedesco in dessen erster schwieriger Situation bei den Königsblauen den Rücken: „Der Trainer macht seinen Job genauso gut wie in der letzten Saison.“ Doch da lief es besser. Die Abwehr war fast unüberwindbar, im Angriff zeigten sich die Schalker gnadenlos effektiv. In Mönchengladbach reichte es nur zu einem späten Tor durch Breel Embolo (90.+3), ansonsten scheiterten die Schalker am überragenden Yann Sommer oder ihrem eigenen Unvermögen.

„Brust raus und ackern, ackern, ackern“

„Es fehlt ein Stück weit das Glück und das Selbstvertrauen, die Dinger reinzunageln“, klagte Tedesco, der erstmals drei Bundesliga-Spiele in Folge verlor. Seine Spieler waren angesichts des Missverhältnisses zwischen Aufwand und Ertrag frustriert. „Diese Niederlage kotzt mich an. Wir hatten genug Chancen, daher sind wir selber schuld“, sagte Burgstaller, während Torhüter Fährmann die Richtung für die kommenden Spiele vorgab: „Brust raus und ackern, ackern, ackern. Es hilft nichts, den Kopf jetzt in den Sand zu stecken.“ Vor den anstehenden Aufgaben gegen Porto und am nächsten Samstagabend (18.30 Uhr) gegen den FC Bayern München müssen die Schalker aber auch zu ihrer Defensivstärke zurückfinden.

Beim ersten Gegentreffer durch Nationalspieler Matthias Ginter (3.) sprang Daniel Caligiuri nach einer Ecke unter dem Ball durch. „Das ist uns in der vergangenen Saison so gut wie nie passiert“, stellte Heidel fest. Vor dem 0:2 durch Patrick Herrmann (76.) zeigte Neuzugang Sebastian Rudy ein sehr passives Zweikampfverhalten. Da könne man energischer hingehen, so Heidel. Während Tedesco seine Mannschaft direkt nach dem Abpfiff um sich versammelte und auf die Rückkehr in die Königsklasse einschwor („Wir haben uns letzte Saison zerrissen, um diese Spiele spielen zu dürfen“), feierten die Gladbacher (7 Punkte) ihren besten Saisonstart seit sieben Jahren.