Topspiel unter veränderten Vorzeichen

Foto: Stuart Franklin/Bongarts/Getty Images

Am Samstag (18.30 Uhr) kommt es im Dortmunder Signal-Iduna-Park zum bisher wohl hochklassigsten Spiel der laufenden Bundesliga-Saison. Der BVB empfängt den FC Bayern München – in diesem Jahr unter leicht veränderten Vorzeichen.

In den vergangenen Jahren war die Ausgangslage vor Spielen der Westfalen gegen den Rekordmeister oft dieselbe: Schwarz-Gelb hinkte in der Tabelle hinterher, die Münchner waren die übermächtige Kraft in Deutschlands höchster Spielklasse. Dieser Umstand machte sich dann auch auf dem Platz bemerkbar. Mit wenigen Ausnahmen hatte Dortmund gegen die Bayern nichts zu feiern, erst am 31. März dieses Jahres fegte der Rekordmeister die Borussia mit 6:0 vom Feld.

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Aktuell aber sieht die Situation anders aus: Der BVB ist Tabellenführer und hat vier Punkte Vorsprung auf die Süddeutschen. Während Schwarz-Gelb unter Lucien Favre durch furiosen Offensivfußball glänzt, hat Rot-Weiß mit Niko Kovač an der Seitenlinie Probleme, seine Form aus den letzten Spielzeiten abzurufen. Eine Ausgangslage, die Bayerns Präsident Uli Hoeneß sogar dazu bewegte, dem BVB die Favoritenrolle zuzuschieben. Dortmunds Sportdirektor Michael Zorc wollte diese aber nicht annehmen, ihm sei es „egal“, wie wer ins Spiel geht, betonte er am Donnerstag.

Kovač droht Gegenwind

Aufgrund des Rückstandes, den Bayern schon jetzt auf die Borussia hat, ist die Partie für den Rekordmeister noch etwas wichtiger als sowieso schon. Bei einer Niederlage hätte die Kovač-Truppe sieben Zähler Rückstand auf Schwarz-Gelb. Und damit für die kommenden Spiele eine große Aufgabe vor sich. Denn ein Einbruch der Westfalen ist nach aktuellem Stand nicht zu erwarten. München hingegen wirkt angeschlagen und instabil. Trainer Kovač könnte Probleme bekommen, sollte das Spiel in Dortmund in einem Rückschlag resultieren. Bei einer Niederlage würde der Wind bei den Bayern umschlagen, und Kovač die Rückendeckung der Klub-Verantwortlichen womöglich verlieren.

Bei Schwarz-Gelb hingegen prägt Euphorie das Bild. Selbst bei einer Pleite stünde Dortmund noch immer vor dem Rekordmeister. Damit können die Westfalen die Partie wesentlich entspannter angehen. Zudem hat der BVB seine Fans im Rücken. Fast 80.000 Anhänger werden die Favre-Elf nach vorne peitschen – und haben dabei gute Chancen, jubeln zu dürfen. Denn Dortmund bringt genau das mit, was Bayern aktuell wehtut: das Tempo seiner Angreifer. Marco Reus, Jadon Sancho und Co. sind extrem dynamische Stürmer. Und der FCB ist in der Umschaltbewegung anfällig, da die Innenverteidigung um Jérôme Boateng und Mats Hummels nicht die schnellste ist. So hat Hoeneß mit seiner Aussage, der BVB gehe als Favorit ins Spiel, gar nicht mal Unrecht.