Torjäger erklimmen die Elf des Spieltags

Foto: Christian Kaspar-Bartke/Bongarts/Getty Images

Am sechsten Spieltag hat sich so mancher Torjäger in den Fokus gespielt: Alfreð Finnbogason etwa, dem beim Comeback gleich drei Treffer gelangen, aber auch Yussuf Poulsen und Paco Alcácer. Elf Treffer haben die Akteure der Elf des Spieltags am Wochenende zusammen geschossen. Je zwei Spieler stellen Bayern-Bezwinger Hertha BSC, RB Leipzig und der 1. FC Nürnberg.

Torwart: Thomas Kraft
Wohl dem, der einen solchen zweiten Torwart im Kader hat: Als Vertreter des verletzten Rune Jarstein machte Thomas Kraft am Freitagabend einen glänzenden Job. Immer, wenn der FC Bayern dann doch mal eine Lücke in der Hintermannschaft von Hertha BSC fand, war der ehemalige Münchner zur Stelle. Vor allem bei einem Kopfball Jérôme Boatengs parierte der 30-Jährige glänzend – und machte damit einer möglichen Aufholjagd des Rekordmeisters einen Strich durch die Rechnung. 2:0, am Ende jubelte der Hauptstadtklub.

- Anzeige -

Innenverteidigung: Salif Sané, Dayot Upamecano und Lukas Mühl
Eine Menge Kritik hatte die Innenverteidigung des FC Schalke 04 in den vergangenen Wochen einstecken müssen. Mit neun Gegentoren nach fünf Spieltagen hatten die „Knappen“ schließlich die zweitschlechteste Verteidigung der Liga gestellt. Am Samstag nun sammelte Schalke den ersten Saisonsieg – und blieb dabei ohne Gegentor. Turm in der Schlacht war Salif Sané, der sich als Abwehrorganisator und Ausputzer hervortat. Ebenfalls anfällig hatte sich in den vergangenen Wochen die Abwehr von RB Leipzig präsentiert. Am Samstag aber, beim 2:1 gegen Hoffenheim, zeigte sich die Defensivabteilung der Sachsen auf der Höhe. Hoch konzentriert und mit starkem Stellungsspiel überzeugte Dayot Upamecano, der mit einer Passquote von 97 Prozent glänzte. Komplettiert wird die Innenverteidigung durch Lukas Mühl. Nachdem der 1. FC Nürnberg noch am Mittwoch mit 0:7 gegen Dortmund unter die Räder gekommen war, meldeten sich die Franken am Samstag mit einem 3:0 im Aufsteigerduell gegen Düsseldorf zurück. Dabei war Mühl einer der Garanten für den Sieg, kaum einmal kam die Fortuna gefährlich vor das Tor. Nur zwei Zweikämpfe musste der 21-Jährige verloren geben, zudem verbuchte er eine Passquote von 94 Prozent.

Defensives Mittelfeld: Hanno Behrens
Und gleich noch ein Nürnberger: Wer am Samstagabend beim „Glubb“ nach dem Mann des Tages fragte, bekam als Antwort wohl stets Hanno Behrens zu hören. Einen bärenstarken Auftritt mit großer Ballsicherheit hatte der 28-Jährige hingelegt – und zudem in der Offensive für die entscheidenden Impulse gesorgt. Zunächst verwandelte Behrens einen Strafstoß zur Führung, dann brachte er mit einem cleveren Befreiungsschlag das 2:0 durch Mikael Ishak auf den Weg. Mit solchen Leistungen muss Nürnberg nicht um die Bundesliga-Zugehörigkeit bangen.

Rechtes Mittelfeld: Renato Steffen
Den Schwung vom Saisonstart mit zwei Siegen hat der VfL Wolfsburg inzwischen eingebüßt. Keine der jüngsten vier Partien wurde gewonnen. Dass es am Samstag aber immerhin zu einem 2:2 gegen Gladbach reichte, verdankten die Niedersachsen insbesondere Renato Steffen. Der Schweizer war ein steter Unruheherd auf der rechten Seite, immer wieder initiierte er Angriffe. Dreimal schoss der 26-Jährige aufs Tor, darunter war ein herrlicher Distanztreffer zum zwischenzeitlichen 1:1.

Offensives Mittelfeld: Ondrej Duda
Ein Herthaner an der Spitze der Torjägerliste, wer hätte das gedacht? Mit fünf Toren nach sechs Spielen weist Ondrej Duda derzeit eine glänzende Quote auf, auch beim 2:0 gegen die Bayern stellte der 23-Jährige seine Torjägerqualitäten unter Beweis. „Wundervoll“ sei es gewesen, sagte Duda anschließend – dabei entwickelt sich der Slowake so langsam zum Bayern-Schreck. Bereits im Vorjahr beim 2:2-Remis hatte er getroffen.

Linkes Mittelfeld: Ante Rebić
Wie sehr Ante Rebić bei Eintracht Frankfurt doch vermisst worden war. Wochenlang hatten die Hessen auf den kroatischen Offensivdribbler verzichten müssen. Am Sonntag nun stand Rebić erstmals wieder in der Startelf und dirigierte die Eintracht prompt zum 4:1-Sieg gegen Hannover 96. Im Duett mit Sébastien Haller initiierte der 25-Jährige Angriff um Angriff, zudem sorgte er mit seinem frühen Anlaufen für zahlreiche Ballgewinne. Gleich 38 Zweikämpfe verbuchte Rebić letztlich. Doch auch in Sachen Abschluss überzeugte der Kroate: Das 2:0 erzielte er selbst, das 3:0 Jonathan de Guzmáns legte er auf.

Angriff: Alfreð Finnbogason, Yussuf Poulsen und Paco Alcácer
Regelrecht euphorisiert war der FC Augsburg vom Comeback Alfreð Finnbogasons – und der Torjäger zeigte am Sonntagabend, warum. Dreimal traf Finnbogason beim 4:1-Erfolg des FCA, besser kann die Rückkehr nach einer Verletzung nicht laufen. Jeweils zweimal erfolgreich waren am Samstag Yussuf Poulsen und Paco Alcácer. Während der Angreifer von RB Leipzig sein Team zu einem 2:1-Sieg schoss und mit 27 Zweikämpfen bewies, ein unheimlich mannschaftsdienlicher Stürmer zu sein, zeigte Alcácer erstmals, warum er die große Sturmhoffnung Borussia Dortmunds ist. Nicht mal eine halbe Stunde brauchte der Spanier nach seiner Einwechslung, um den BVB zum 4:2-Sieg in Leverkusen zu schießen. Es scheint, als habe Dortmund die Lücke im Sturmzentrum nach dem Abgang Pierre-Emerick Aubameyangs zumindest fürs Erste geschlossen.