TSG verabschiedet sich gegen Ludogorez Rasgrad

Sportlich hat das letzte Gruppenspiel der TSG 1899 Hoffenheim in der Europa League keine Bedeutung mehr. Gegen Ludogorez Rasgrad will Trainer Julian Nagelsmann am Donnerstag (19 Uhr) daher jungen Spielern und Reservisten eine Chance geben.

Das erste Jahr der TSG im internationalen Geschäft verlief „durchwachsen“, wie Nagelsmann auf der Pressekonferenz vor dem Spiel resümierte. Vier Punkte holten die Kraichgauer aus fünf Spielen, dabei war der Einzug in die Zwischenrunde durchaus realistisch gewesen. Besonders im Hinspiel gegen Sporting Braga (1:2) und im Rückspiel gegen Başakşehir Istanbul FK (1:1) verschenkte der Europa League-Neuling wichtige Zähler. „Wir hatten, obwohl vieles nicht optimal lief, in allen Spielen die Möglichkeit zu gewinnen, aber das haben wir nicht geschafft“, erkannte Nagelsmann. Zumindest in der Bundesliga kehrte sein Team am vergangenen Wochenende gegen RB Leipzig (4:0) in die Erfolgsspur zurück. Auf der Liga soll nun auch der Fokus liegen, um die erneute Qualifikation für den internationalen Wettbewerb zu schaffen. Dementsprechend wird vor dem Ligaspiel bei Hannover 96 am Sonntag (15.30 Uhr) auch kräftig rotiert. Neben dem 20-jährigen Gregor Kobel im Tor werden einige andere junge Akteure gegen Rasgrad Spielpraxis erhalten. „Die werden alle brennen. Deshalb wird das morgen, auch wenn es um nichts mehr geht, ein schöner Abend“, meinte Nagelsmann.

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Der bulgarische Meister gilt seit Jahren als die überragende Mannschaft in der nationalen Parva Liga. In den letzten sechs Jahren wurde Rasgrad Meister, auch in dieser Saison führt der von dem Pharma-Unternehmer Kyril Domustschiew finanziell unterstützte Klub die Tabelle an. In Hoffenheim reicht der Mannschaft von Trainer Dimitar Dimitrov, die in der Europa League mit acht Punkten auf Platz zwei der Gruppe C steht, ein Punkt zum Weiterkommen. Der Kern des Teams besteht nicht nur aus fünf bulgarischen Nationalspielern, sondern auch aus neun Brasilianern, angeführt von Torjäger Marcelinho. Im Hinspiel gegen die TSG drehte Rasgrad einen 0:1-Rückstand zur Pause, nachdem die Kraichgauer bereits nach zwei Minuten in Front gegangen waren. In der Liga können die Bulgaren mit 45 Punkten aus 19 Spielen eine starke Bilanz vorweisen, kassierten in den vergangenen fünf Spielen aber ihre ersten beiden Saison-Niederlagen.

TSG 1899 Hoffenheim: Kobel – Nordtveit, Vogt, Hoogma – Passlack, Ochs – Polanski – Amiri, Hack – Kramarić, Szalai

Ludogorez Rasgrad: Renan – Natanael, Terziev, Plastun, Cicinho – Dyakov, Anicet – João Paulo, Wanderson, Lukoki – Marcelinho

Rasgrad braucht mindestens einen Punkt für das sichere Weiterkommen, bei einer Niederlage muss die Dimitrov-Elf auf Schützenhilfe des bereits weitergekommenen Sporting Braga gegen Başakşehir hoffen. Allzu sehr ins Risiko gehen wird der bulgarische Meister gegen die junge Hoffenheimer Mannschaft von Beginn an aber nicht. Die zusammengewürfelte Elf der Kraichgauer ist eine Wundertüte. Die Reservisten werden sich beweisen wollen, internationale Erfahrung geht den vielen jungen Spielern aber beinahe ausnahmslos ab.