Ungleiches Duell am Niederrhein: Gladbach empfängt Düsseldorf

Foto: Matthias Hangst/Bongarts/Getty Images

Die Euphorie ist schon wieder verflogen bei Borussia Mönchengladbach nach zwei Niederlagen in Serie. Kommt also Kellerkind Fortuna Düsseldorf gerade recht, um die Krise zu beenden? Der Nachbar am Niederrhein spekuliert am Sonntagnachmittag (15.30 Uhr) schließlich selbst darauf, die aktuelle Krise im Derby zu beenden.

Die Wankelmütigkeit machte den Gladbachern in den vergangenen Jahren immer wieder einen Strich durch die Rechnung. Und auch in dieser Saison scheint die Borussia mal wieder unberechenbar: Gab es Anfang Oktober noch fulminante Siege gegen den FC Bayern (3:0) und Mainz 05 (4:0), setzte es zuletzt zwei Niederlagen. Zunächst unterlag Gladbach gegen Freiburg (1:3), anschließend gab es das Aus im DFB-Pokal mit einer 0:5-Klatsche gegen Leverkusen – ein Einbruch, den vor wenigen Wochen niemand für möglich gehalten hätte. „So etwas sollte uns nicht passieren. Da sieht man, dass diese Mannschaft immer noch in der Entwicklung ist“, urteilte Dieter Hecking. Gegen Düsseldorf erwartet der Gladbach-Trainer nun eine Reaktion von seinem Team. Er sei sich sicher, dass dieses den jüngsten Nackenschlag gut weggesteckt habe, ergänzte Hecking. Für zusätzlichen Schwung soll die Rückkehr von Raffael sorgen, der nach hartnäckigen Wadenproblemen sein Saisondebüt geben dürfte. Ein Einsatz von Alassane Pléa, mit fünf Saisontoren gefährlichster Gladbacher Angreifer, war vorab noch fraglich. Der Stürmer aber zeigte sich optimistisch. „Es sieht gut aus“, sagte Pléa am Freitag der Bild. „Die Schmerzen sind endlich komplett weg.“ Nicht mitwirken kann dagegen Michaël Cuisance (Mittelfußprellung).

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Das Gladbacher 0:5 gegen Bayer? Das zähle am Sonntag nichts mehr, glaubt Friedhelm Funkel. „Als Spitzenmannschaft steckt man so etwas weg“, sagte der Fortuna-Trainer. Und eine Spitzenmannschaft sei Gladbach ohne Zweifel. Trotzdem peilen Funkel und die Seinen gegen den großen Nachbarn mindestens einen Punkt an – so langsam nämlich weitet sich die Niederlagenserie zu einer veritablen Krise aus. Fünf Pleiten in Serie kassierte Düsseldorf in der Liga, darunter zuletzt ein 0:3 gegen Wolfsburg und zuvor gar ein 1:7 gegen Frankfurt. Nur fünf Punkte weist das Konto des Aufsteigers bislang auf, der Anschluss ans Mittelfeld geht so langsam verloren. „Lange offen gestalten“ will Funkel das Spiel gegen Gladbach daher, „um die Chance auf einen Punktgewinn oder gar einen Sieg zu haben“. Hoffnung gibt immerhin der 5:1-Sieg im Pokal bei Viertligist SSV Ulm. Verzichten muss Funkel am Sonntag weiterhin auf Marcel Sobottka, der an einer Patellasehnen-Reizung leidet.

Borussia Mönchengladbach: Sommer – Lang, Ginter, Elvedi, Wendt – Kramer – Hofmann, Neuhaus – Herrmann, Hazard – Pléa

Fortuna Düsseldorf: Rensing – Bormuth, Ayhan, Kamiñski – Zimmer, Gießelmann – Zimmermann, Bodzek, Morales – Hennings, Raman

Wenig spricht vor dem Duell für die Fortuna, zu unterlegen scheint der Kader, zu schlecht die Form. Daran ändern auch die jüngsten beiden Gladbacher Niederlagen nichts. Und vor allem die Heimstärke spricht für die Borussia: Vier Spiele absolvierte Gladbach bislang im Borussia-Park, viermal ging die Hecking-Elf als Sieger vom Platz und verbuchte dabei 9:2 Tore. Sieg Nummer fünf ist daher fest eingeplant.