Uth will seine Chance nutzen

Foto: Patrik Stollarz/AFP/Getty Images

Mark Uth ist von seiner ersten Nominierung für die Nationalmannschaft selbst überrascht worden. Auch nach zehn Pflichtspielen für den FC Schalke 04 wartet er immer noch auf sein erstes Tor.

Sein Einstand bei der Nationalmannschaft wurde für Uth ein kleiner Wettlauf mit der Zeit. Mit drei Minuten Verspätung kletterte er schließlich vor dem Luxushotel Das Stue in Berlin aus dem Auto. Seine Vorfreude auf die DFB-Auswahl ließ sich der Schalker dadurch aber nicht nehmen. „Es war immer mein Traum, der jetzt in Erfüllung geht. Ich freue mich sehr“, sagte Uth und verschwand in seiner schwarzen Lederjacke und blauen Jeans im Hotel am Tiergarten. Der verspätete Flieger trübte seine Stimmung nicht. Der 27-Jährige hat lange genug auf eine Nominierung durch Bundestrainer Joachim Löw warten müssen. Dass diese ausgerechnet zu einem Zeitpunkt kam, als es für ihn nicht wunschgemäß läuft, überraschte Uth selbst. „Damit habe ich nicht unbedingt gerechnet“, sagte der Angreifer, der in zehn Pflichtspielen für Schalke noch keinen Treffer erzielt hat.

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Der Null-Tore-Stürmer gibt sich vor den wegweisenden Nations League-Spielen am Samstag (20.45 Uhr) in Amsterdam gegen die Niederlande und drei Tage später in St. Denis gegen Weltmeister Frankreich (20.45 Uhr) aber selbstbewusst. „Ich denke, dass ich die Torgefährlichkeit in der Box sicher mitbringe, auch wenn es auf Schalke noch nicht so geklappt hat. Da mache ich mir keine Sorgen“, sagte Uth und fügte kämpferisch an: „Ich will mein erstes Länderspiel machen.“ Uth könnte als 100. Spieler unter Löw sein Debüt im Nationaltrikot geben. Der Anruf des Bundestrainers erreichte ihn in der vergangenen Woche im Baumarkt, als er Kaminholz kaufen wollte. Aber das habe er dann gelassen, berichtete Uth. Er sei schnell zum Auto gelaufen und habe seine Familie angerufen, verriet er.

Schalker profitiert von Personalsorgen

Trotz der Torflaute hält Löw viel von Uth, der in der vergangenen Saison in 31 Ligaspielen für die TSG 1899 Hoffenheim 14 Tore erzielte und acht weitere vorbereitete. Löw lobte Uths „technische Qualitäten“ und „Torjägerqualitäten im Strafraum“. Im Abschluss sei Uth „sehr gefährlich“, betonte Löw und fügte an: „Ich bin mir sicher, dass er das diese Woche zeigen wird.“ Löw hat schließlich ein Sturmproblem. Mario Gómez und Sandro Wagner haben ihren Rücktritt erklärt, Marco Reus und Nils Petersen fehlen verletzt. „Mark haben wir schon länger beobachtet. Es war manchmal aber nicht der richtige Zeitpunkt, andere Spieler waren ihm vielleicht damals eine Nasenlänge voraus“, sagte Löw am Dienstag. Jetzt sei der Zeitpunkt für den „dynamischen“ und „schnellen“ Uth gekommen. Daran änderte auch die dreiminütige Verspätung beim Treffpunkt nichts mehr.