Valencia legt Fehlstart in La Liga hin

Foto: Jose Jordan/AFP/Getty Images

Der FC Valencia war eine der positiven Überraschungen der vergangenen La Liga-Saison: Die „Fledermäuse“ waren lange Zeit der ärgste Verfolger von Meister FC Barcelona und qualifizierten sich letztlich für die Champions League. In der neuen Spielzeit stottert der Motor noch gewaltig.

Nach zwei Jahren im grauen Mittelfeld der Liga kehrte Valencia in der Saison 2017/18 unter Trainer Marcelino in die spanische Spitzengruppe zurück. Die Euphorie war groß, der stolze Verein von der Südküste hatte sich endlich wieder konkurrenzfähig präsentiert. In der Hinrunde trotzte Valencia dem FC Barcelona, Real Madrid und Atlético Madrid jeweils ein Unentschieden ab. Die neue Saison knüpfte daran an: Am ersten Spieltag holte der Champions League-Finalist von 2000 und 2001 einen Punkt im Heimspiel gegen Atlético. Der vielversprechende Start wurde bereits in der zweiten Partie relativiert: Valencia unterlag Espanyol Barcelona auswärts mit 0:2. Am dritten Spieltag kam der Klub nicht über ein 2:2 im Derby bei UD Levante hinaus.

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Damit stehen nach drei Begegnungen lediglich zwei Punkte in der Statistik. Valencia rangiert auf dem 17. Tabellenplatz und hat den Auftakt in die Spielzeit verschlafen. Die Aufgaben werden in den kommenden Wochen nicht leichter: Die nächsten fünf Gegner in der spanischen Liga sind Betis Sevilla, der FC Villarreal, Celta Vigo, Real Sociedad und der FC Barcelona. Es ist ein hartes Programm, die Punkteausbeute dürfte bei ausbleibendem fußballerischen Fortschritt nicht unbedingt besser werden. Zusätzlich droht in der Königsklasse in einer Gruppe mit Juventus Turin und Manchester United das frühe Aus.

Probleme in allen Mannschaftsteilen

Dabei nahmen die „Blanquinegros“ im Sommer richtig Geld in die Hand, um den Kader auf die Dreifachbelastung vorzubereiten. Die beiden teuersten Transfers waren dabei allerdings Spieler, die zuvor bereits ausgeliehen waren. Gonçalo Guedes wurde für 40 Millionen Euro fest von Paris Saint-Germain verpflichtet und ist damit der teuerste Einkauf der Vereinsgeschichte. Geoffrey Kondogbia wurde für 25 Millionen Euro von Inter Mailand losgeeist. Beide waren Garanten für den Erfolg der vergangenen Spielzeit, bringen nun aber keine neue Qualität ins Team. Diese sollte durch die Transfers von Kévin Gameiro, Mouctar Diakhaby, Cristiano Piccini, Daniel Wass, Michy Batshuayi und Denis Cheryshev gewährleistet werden.

Eine große Problemzone des Kaders stellt die rechte defensive Seite dar: Piccini ist aktuell der einzige nominelle Rechtsverteidiger im Kader und wirkte bereits in diversen Situationen unsicher. Mit João Cancelo (Juventus Turin) und Martín Montoya (Brighton & Hove Albion) verließen gleich zwei Rechtsverteidiger den Verein im Sommer. Außerdem fehlen mit Kondogbia (Knöchelverletzung) und Francis Coquelin (Achillessehnenriss) zurzeit die beiden Sechser, zuletzt organisierten Kapitän Dani Parejo und der Däne Wass das zentrale Mittelfeld. Auch die Offensive ist noch nicht wirklich ins Rollen geraten: Rodrigos Ausgleichstreffer am ersten Spieltag gegen Atlético ist das bislang einzige Stürmertor der „Che“.

Wichtige Spiele nach der Länderspielpause

Die Ursachen des Stotterstarts sind also vielfältiger Natur. Die Woche nach der Länderspielpause dürfte eine entscheidende werden: Ein Sieg gegen Betis Sevilla könnte zu einem Aufschwung in der spanischen Liga führen, ein Erfolgserlebnis im ersten Gruppenspiel der Champions League gegen Juventus Turin würde womöglich das Selbstverständnis der vergangenen Spielzeit zurückbringen. Marcelino hat noch mal Zeit, Feinjustierungen innerhalb der Abläufe vorzunehmen und die Neuzugänge zu integrieren. Sollte ihm das nicht gelingen, könnte die gerade zurückerlangte Euphorie schnell wieder abklingen.