Verwundbarer Rekordmeister gegen Freiburg

Foto: Christian Kaspar-Bartke/Bongarts/Getty Images

Der Ausfall von Thiago macht dem FC Bayern München derzeit zu schaffen, gegen den SC Freiburg peilt der Rekordmeister am Samstagnachmittag (15.30 Uhr) aber natürlich trotzdem den fünften Sieg in Folge an. Spätestens in der Folgewoche soll schließlich die Tabellenspitze zurückerobert werden.

Das Spitzenspiel der Bundesliga wirft so langsam seine Schatten voraus: Nach dem Duell mit Freiburg geht es für die Bayern in der Champions League noch gegen AEK Athen, ehe die Münchner am kommenden Samstag bei Tabellenführer Borussia Dortmund gastieren. Zuvor will der deutsche Rekordmeister noch ein wenig Selbstvertrauen sammeln. Zwar stimmen inzwischen wieder die Ergebnisse – die in den Vorjahren so augenfällige Leichtigkeit aber fehlt noch. Das 2:1 gegen Rödinghausen am Dienstag im DFB-Pokal war Ausweis all dessen, was den Münchnern dieser Tage noch abgeht. Niko Kovač aber gibt sich gewohnt entspannt. „Für uns war es nach den vier Spielen, die wir nicht gewonnen hatten, erst mal wichtig, wieder Siege einzufahren“, stellte der Bayern-Trainer fest. Mit den Erfolgen sollen nun möglichst bald auch wieder die Automatismen Einzug halten. Umso schmerzhafter wiegt allerdings die Verletzung von Thiago. Der spanische Mittelfeldspieler hat sich gegen Rödinghausen am Fuß verletzt und fällt mehrere Wochen aus. Wer Thiago gegen Freiburg ersetzt, wollte Kovač noch nicht verraten. „Ohne Zweifel“ sei James Rodríguez aufgrund seiner technischen Fähigkeiten geeignet, sagte der 47-Jährige. Ebenfalls eine Option sei neben Leon Goretzka, Renato Sanches und Thomas Müller auch Joshua Kimmich. Zur Verfügung stehen dürften neben James wieder Mats Hummels, Jérôme Boateng und Arjen Robben.

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Auch bei Freiburg hatten in den vergangenen Wochen die Ergebnisse zumeist gestimmt – dann allerdings kam der Mittwoch. 1:2 unterlag der SC bei Holstein Kiel und verabschiedete sich damit überraschend aus dem Pokal. Erst am Freitag zuvor hatte Freiburg den bislang wohl besten Saisonauftritt hingelegt. Eine hoch konzentrierte Leistung bescherte dem Team von Christian Streich einen 3:1-Sieg gegen Borussia Mönchengladbach. Perfekt harmonierten an diesem Abend Abwehr und Angriff. Die gleiche Portion „Mut und Entschlossenheit“ forderte SC-Trainer Streich nun auch für das Duell in München. Die geringere individuelle Klasse schließlich machen die Freiburger schon seit Jahren mit ihrem Engagement wett. „Natürlich hat man Respekt vor Bayern München“, erklärte Streich, „aber wir wollen sie schon so bekämpfen, dass es auch mal klappt, dort nicht zu verlieren.“ Die Personalprobleme allerdings stellen den 53-Jährigen Woche für Woche für große Probleme. Unter anderen fehlen derzeit Amir Abrashi, Jerôme Gondorf, Lukas Kübler, Florian Niederlechner – und nun auch noch Nils Petersen. Der Stürmer muss gegen seinen Ex-Klub aufgrund einer Muskelverhärtung passen. Fraglich waren vorab noch Manuel Gulde und Roland Sallai.

FC Bayern München: Neuer – Kimmich, Süle, Hummels, Alaba – Martínez – Müller, James – Robben, Ribéry – Lewandowski

SC Freiburg: Schwolow – Stenzel, Lienhart, Heintz, Günter – Koch, Höfler – Haberer, Frantz – Waldschmidt – Höler

Die Frage nach der Favoritenrolle stellt sich bei einem Heimspiel des FC Bayern naturgemäß nicht, das gilt auch für das Duell mit Freiburg. Dabei allerdings wirkte der Rekordmeister zuletzt verwundbar, während die Breisgauer gegen Gladbach zeigten, mit einer guten Mischung aus Offensive und Defensive auch ein Top-Team knacken zu können. Letztlich könnte es den Gästen sogar zugutekommen, nicht favorisiert zu sein – eine solche Konstellation schließlich war jüngst in Kiel mächtig danebengegangen. Ein Freiburger Erfolg wäre natürlich aber trotzdem eine faustdicke Überraschung.